Fußball-Fans weltweit blicken gespannt auf die Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika, bei der durch den neuen Modus erstmalig 104 Spiele ausgetragen werden. Während sich die klassischen Fernsehsender in vielen Ländern die extrem teuren Übertragungsrechte mühsam teilen oder Partien hinter Bezahlschranken verschwinden, sorgt ein besonderer Deal in der Medienbranche für Aufsehen. Ein einziger YouTube-Kanal hat sich offizielle Übertragungsrechte gesichert, um die Begegnungen im Netz auszustrahlen.
Hinter dem Kanal: Ein Millionenkonstrukt
Hinter dem Gesicht des Kanals steht der brasilianische Streamer Casimiro Miguel (32), der auf seinem YouTube-Kanal „CazéTV“ eine Community von über 30 Millionen Abonnenten erreicht. Doch die Rechte für ein solches Riesenturnier kauft der Content-Creator nicht aus eigener Tasche. Das vermeintliche Ein-Mann-Projekt ist in Wahrheit ein millionenschweres Firmen-Konstrukt: Eigentümer des YouTube-Kanals „CazéTV“ ist die Sport-Vermarktungsagentur „LiveMode“, die das Gesicht des YouTubers als Marketing-Plattform nutzt.
Weltstar Cristiano Ronaldo als Investor
Weltstar Cristiano Ronaldo (41) stieg vor der WM als Großinvestor bei der Agentur „LiveMode“ ein, die den YouTube-Kanal „CazéTV“ betreibt. Er finanzierte den Rechte-Deal damit indirekt mit. Über die genaue Höhe der Lizenzgebühren haben der Weltverband FIFA und die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart, es wird jedoch von Beträgen im zweistelligen Millionenbereich ausgegangen.
Finanzierungsmodell: Werbung statt Abo
Die Agentur und Casimiro finanzieren die Rechte nicht über klassische Abo-Gebühren der Zuschauer. Stattdessen basiert das Modell komplett auf Sponsoren-Verträgen, Werbeeinnahmen und einer Content-Kooperation mit Tech-Riesen wie YouTube und Disney+. Die Lizenzkosten sollen durch die Reichweite des Kanals und somit durch die Zuschauer wieder eingespielt werden.
XXL-Programm zum WM-Auftakt
Das war das XXL-Programm zum WM-Auftakt am 11. Juni bei „CazéTV“. Zwischen den Live-Spielen bietet der Kanal interaktive Shows, Analysen mit Fußball-Influencern.
Geoblocking schränkt weltweiten Zugriff ein
Dass die Spiele dort für die brasilianische Community frei abrufbar sind, bedeutet jedoch keineswegs, dass nun jeder Fußball-Fan weltweit einfach über YouTube zuschauen kann. Die FIFA-Lizenzen sind streng an Ländergrenzen gebunden, weshalb die Livestreams von „CazéTV“ mit einem konsequenten Geoblocking versehen und regulär nur mit einer brasilianischen IP-Adresse aufrufbar sind. Wer hierzulande die Spiele auf YouTube schauen möchte, müsste den Umweg über einen VPN-Dienst wählen.



