Der Halbleiterkonzern Qualcomm übernimmt das KI-Startup Modular für knapp vier Milliarden Dollar. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, sollen für die Transaktion bis zu 19,2 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Bezogen auf den Schlusskurs vom Dienstag ergibt sich ein Kaufpreis von rund vier Milliarden Dollar.
Plattform für prozessorunabhängige KI-Modelle
Das Startup Modular bietet eine Plattform an, mit deren Hilfe KI-Modelle unabhängig von den verwendeten Prozessoren betrieben werden können. Qualcomm-Chef Cristiano Amon erklärte: „Wir sind davon überzeugt, dass die Zukunft entwicklerfreundlichen Plattformen gehört, die in unterschiedlichen Rechenumgebungen eingesetzt werden können.“ Mit der Übernahme will Qualcomm seine Rechenzentrumssparte stärken und sich im Wettbewerb mit Nvidia positionieren.
Bislang ist Nvidia Weltmarktführer bei Hochleistungshalbleitern für Künstliche Intelligenz. Ein Schlüssel zum Erfolg ist die Entwicklungsumgebung Cuda, die es Programmierern ermöglicht, die maximale Leistung aus den Prozessoren herauszuholen. Qualcomm, der weltgrößte Anbieter von Smartphonechips, setzt mit der Modular-Übernahme auf eine Alternative, die KI-Modelle hardwareunabhängig macht.
Weitere Übernahmepläne?
Einem früheren Medienbericht zufolge ist Qualcomm auch an Tenstorrent interessiert, einem Chipdesigner, der sich auf KI-Prozessoren spezialisiert hat. Ob es zu einer weiteren Übernahme kommt, ließ Qualcomm zunächst offen. Die Modular-Transaktion soll voraussichtlich im Laufe des Jahres abgeschlossen werden.
Wettbewerb im KI-Chip-Markt
Der Markt für KI-Chips wächst rasant. Neben Nvidia drängen auch AMD, Intel und zahlreiche Startups in das Segment. Qualcomm, das bisher vor allem im Mobilfunkbereich stark ist, will mit der Übernahme von Modular seine Präsenz im Rechenzentrumsgeschäft ausbauen. Analysten sehen den Schritt als strategisch wichtig, um im boomenden KI-Markt Fuß zu fassen.



