Der Bremer Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB hat eine Kapitalerhöhung über rund 500 Millionen Euro angekündigt, um sich für den erwarteten Raumfahrt-Boom zu rüsten. Gleichzeitig ermöglicht das Unternehmen dem Finanzinvestor KKR einen teilweisen Ausstieg.
Kapitalerhöhung für Wachstum und Investitionen
Wie OHB am Montag mitteilte, sollen die neuen Aktien den bisherigen Aktionären zunächst als Bezugsrechte angeboten werden. Der Erlös aus der Kapitalerhöhung ist für den Ausbau der Produktion, Investitionen in Trägerraketen und Anlagen sowie für mögliche Übernahmen vorgesehen.
„Die geplante Transaktion wird es uns ermöglichen, unser Wachstum gemeinsam mit bestehenden und neuen Investoren voranzutreiben, die Teil der strategischen Unabhängigkeit Europas im Weltraum sein möchten“, erklärte Vorstandschef Marco Fuchs.
Familie Fuchs und KKR verzichten auf Bezugsrechte
Die Familie Fuchs als Hauptaktionär und der Finanzinvestor KKR werden ihre Bezugsrechte nicht ausüben. Die ihnen zustehenden Aktien sollen zusammen mit einem Teil des Aktienpakets von KKR an der Börse platziert werden. Die Familie Fuchs werde auch nach der Transaktion die Mehrheit an OHB behalten, betonte das Unternehmen.
Derzeit hält die Familie Fuchs 65 Prozent der Anteile, während nur sechs Prozent im Streubesitz sind. Der Aktienverkauf kommt damit praktisch einem zweiten Börsengang („Re-IPO“) gleich. KKR war erst vor zwei Jahren für 338 Millionen Euro bei OHB eingestiegen und hält 29 Prozent der Anteile. Seitdem hat sich der Börsenwert von OHB auf rund 7,9 Milliarden Euro etwa verzehnfacht. Der Investor werde bei der Platzierung weniger als die Hälfte seiner Anteile verkaufen, hieß es weiter.
Mehr: OHB und Rheinmetall schmieden Kooperation für Militärprojekt.



