Pragmata: Mond-Abenteuer verbindet Sci-Fi-Action mit menschlicher Bindung
Ein im Jahr 2000 konzipiertes Spielkonzept über eine künstliche Intelligenz, die eine Mondstation verschlingt, in einer Welt, die durch KI rasant transformiert wird und in der die Menschheit zum Erdtrabanten zurückkehrt? Die Realität hat Pragmata tatsächlich eingeholt.
Die erfolgreiche Artemis-II-Mondmission hat international eine enorme Welle der Raumfahrtbegeisterung ausgelöst. Dieser Enthusiasmus veranlasste Publisher Capcom, den Veröffentlichungstermin seines lang erwarteten Space-Science-Fiction-Abenteuers Pragmata vorzuziehen – konkret auf den 17. April 2026.
Eine KI-Apokalypse auf dem Mond
Ab diesem Datum können Weltraumfans in den Raumanzug von Hugh Williams schlüpfen. Er ist ein Raumfahrtingenieur, der in einer nahen Zukunft zur Mondstation Cradle der DELPHI-Corporation reist. Diese Basis wurde errichtet, um den Rohstoff Lunafilament abzubauen und zu erforschen. Das Material soll für den Ausbau der Station und die Herstellung von Hilfsrobotern mittels 3D-Druck verwendet werden – alles überwacht und gesteuert vom KI-System IDUS.
Dann eskaliert die Situation dramatisch: Zuerst bricht der Kontakt zur Basis ab, anschließend erschüttert ein Mondbeben die Station, genau als Hugh mit seinem Team eintrifft. Das Beben rafft alle seine Teammitglieder dahin, und Hugh steht allein da. Als wäre das nicht genug, stuft die KI IDUS ihn auch noch als unbefugtes Personal ein und macht gnadenlos Jagd auf ihn.
Rettung durch die humanoide Diana
Doch Hugh wird von einem kleinen Mädchen gerettet. Sie trägt eine viel zu große, blaue Jacke und besitzt die Fähigkeit, Wachroboter zu hacken, sodass Hugh sie mit seiner Waffe ausschalten kann. Bald stellt sich heraus: Das Mädchen ist ein humanoider Pragmata-Roboter mit der Kennung D-I-0336-7, hervorgegangen aus geheimen Lunafilament-Forschungen auf der Cradle-Station. Hugh tauft seine Retterin Diana.
Innovative Spielmechanik: Hacking und Multitasking
Dianas Hacking-Fähigkeit schafft eine einzigartige Spielmechanik, die Pragmata klar von anderen Third-Person-Shootern abhebt. Hier müssen Spielende echtes Multitasking beherrschen. Auf Hughs Befehl aktiviert Diana ihr Hacking-Protokoll, und auf einem Teil des Bildschirms öffnet sich ein Fenster, in dem manchmal ein Labyrinth, manchmal ein freier Pfad zum Hacking-Punkt wartet. Wird dieser Punkt nicht erreicht oder der Hack nicht abgeschlossen, verpuffen Hughs Kugeln wirkungslos.
Strategisches Waffenmanagement und vertikale Level
Hugh verfügt über eine Waffe, die sich automatisch auflädt, wenn alle Munition verschossen ist. Im Spielverlauf lassen sich weitere Waffen mit unterschiedlicher Durchschlagskraft einsammeln, die jedoch einen entscheidenden Nachteil haben: Sie bieten jeweils nur eine begrenzte Anzahl an Schüssen, dann zerbrechen sie. Deshalb erfordert das Spiel kluges Kalkül – Situationen müssen präzise eingeschätzt und die richtige Waffe gewählt werden. Einfaches Dauerfeuer ist hier kein Erfolgsrezept.
Die weitläufigen Mondstation-Level sind vertikal aufgebaut und gespickt mit Jump-Scare-Schreckmomenten. Hughs Jetpack, ein Raketenrucksack, mit dem er feindlichen Angriffen ausweichen und schwer erreichbare Bereiche überbrücken kann, ist dabei unentbehrlich.
Verzerrte Realitäten und eine KI-generierte Welt
Hughs Plan, mit Dianas Hilfe der Mondstation zu entfliehen und zur Erde zurückzukehren, gerät ins Stocken, als die beiden verschiedene Sektoren der Cradle durchqueren. Diese beschränken sich nicht nur auf sterile Korridore. Herzstück ist eine von der KI IDUS 3D-gedruckte Version des New Yorker Times Square.
Diese ist allerdings alles andere als originalgetreu. IDUS' Vorstellung von Manhattan ist verzerrt, ein M.C.-Escher-Gemälde aus Beton und Neon: Taxis versinken im Boden, Busse wachsen aus Wänden. Diese absichtlich eingebetteten Fehler – von Capcoms Entwicklern gestaltet, um KI-generiertes Unbehagen zu erzeugen – machen die Umgebung zu einem fantastischen Kletterparadies voller Geheimnisse.
Vielfältige Roboter-Gegner und taktische Herausforderungen
Pragmata liefert ein beeindruckendes Aufgebot an Robotern, die dem Spieler das Leben schwer machen. Von erwachsenen Humanoiden und Flugdrohnen mit Lasern bis hin zu riesigen Monsterrobotern wird alles aufgeboten. Jeder Roboter besitzt ein einzigartiges Design, eigene Bewegungsmuster und Angriffsstile.
Manche verfügen über Schilde, die Dianas Hacking-Technik blockieren. Dann liegt es an Hugh, einen Weg zu finden, diese Abschirmung zu umgehen – damit Dianas Fähigkeiten wieder greifen können.
Eine tragende Vater-Tochter-Beziehung
Im Verlauf der Geschichte erfahren wir mehr über Diana und Hugh. Die beiden entwickeln eine Beziehung wie Vater und Tochter. Je mehr Widrigkeiten sie gemeinsam überwinden, desto stärker wird diese Bindung. Pragmata setzt stark auf diesen emotionalen Aspekt und schickt den Spieler nach jeder großen Begegnung und Entdeckung zurück in den sogenannten Shelter.
Der Shelter ist die Basis von Hugh und Dianas Abenteuer, eine unterirdische Anlage, die über eine Straßenbahnlinie mit anderen Spielbereichen verbunden ist. Hier lassen sich Hughs und Dianas Fähigkeiten aufrüsten, neue Waffen drucken und upgraden sowie Hacking-Module und Anzuganpassungen vornehmen – bevor es zum nächsten Ziel geht.
Sobald man Cabin entdeckt, den freundlichen KI-Roboter, der im Shelter haust, stehen auch herausfordernde Trainingssimulationen, Roboter- und Geheimdateiarchive sowie verschiedene Skins für Diana und Hugh zur Verfügung. Die Gespräche der beiden, die sich im Shelter am schönsten entfalten, sorgen dabei immer wieder für Schmunzler.
Fazit: Ein starker Mond-Aufritt mit bleibendem Eindruck
Pragmata ist seit seiner Ankündigung im Jahr 2020 ein heiß erwartetes Spiel – und trotz sechsjähriger Entwicklung auch wegen der Artemis-II-Mission aktueller denn je. Die starken Sci-Fi-Spielmechaniken, der Fokus auf Multitasking und Überleben bei gleichzeitig begrenzter Waffenkraft ergeben einen spannenden Überlebenskampf.
Atmosphäre und Musik steigern die Immersion, getragen von eindrucksvollen Charakteren in Gestalt von Diana und Hugh. Grafik und abwechslungsreiches Level-Design ziehen Spielende in ihren Bann. Der gute Plot, die bemerkenswerte Verbindung zwischen den beiden Hauptcharakteren, die sich über die Spielzeit hinweg festigt, und das innovative Gameplay in einem faszinierenden Mond-Setting – all das hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Pragmata erscheint am 17. April 2026 für PC, Playstation 5, Xbox Series X/S und Switch 2. Die Altersfreigabe (USK) liegt bei zwölf Jahren.



