Die Raumsonde Voyager 1, das am weitesten von der Erde entfernte menschengemachte Objekt, steht vor einem historischen Meilenstein. Im November 2026 soll sie die Entfernung von einem Lichttag zur Erde erreichen – rund 25,9 Milliarden Kilometer. Ein Funksignal wäre dann genau 24 Stunden unterwegs. Doch die Nasa kämpft um das Überleben der alternden Sonde, deren Energiequellen schwinden.
Fast 49 Jahre im All: Voyager trotzt den Erwartungen
Voyager 1 wurde am 5. September 1977 gestartet und hat seitdem Jupiter und Saturn passiert. Seit 2012 befindet sie sich im interstellaren Raum, einer Region, die kein anderes aktives Raumfahrzeug je erreicht hat. Trotz ihres hohen Alters sendet die Sonde noch immer wissenschaftliche Daten. Doch die radioaktiven Generatoren verlieren Jahr für Jahr an Leistung. Um Strom zu sparen, mussten die Ingenieure bereits mehrere Instrumente abschalten.
Ein Sprecher der Nasa erklärte gegenüber BILD: „Sowohl Voyager 1 als auch Voyager 2 funktionieren weit über alle Erwartungen hinaus und senden weiterhin wissenschaftliche Daten aus dem interstellaren Raum. Aufgrund der Entfernung zur Erde ist jedoch die Datenrate reduziert.“
Kommunikation mit Geduldsprobe: Befehle brauchen einen Tag
Die riesige Distanz macht jede Kommunikation zu einer Herausforderung. Befehle benötigen fast einen ganzen Tag, um die Sonde zu erreichen, und die Antwort kommt einen weiteren Tag später zurück. Trotzdem halten die Nasa-Ingenieure die Sonde am Leben. Hinter den Kulissen laufen neue Sparmaßnahmen mit dem internen Spitznamen „Big Bang“. Ziel ist es, noch möglichst viele Monate – vielleicht sogar Jahre – aus dem alternden Raumfahrzeug herauszuholen.
Voyager ist mehr als nur eine Sonde: Sie ist ein Symbol menschlicher Neugier. An Bord trägt sie die berühmte Goldene Schallplatte mit Musik, Bildern und Botschaften der Menschheit – eine Flaschenpost für das Universum. Niemand weiß, ob diese Botschaft jemals gefunden wird. Sicher ist nur: Voyager wird noch Millionen Jahre durch die Milchstraße treiben, als möglicherweise letztes Zeugnis der Menschheit.



