Meta beendet Horizon Worlds: Das Aus für Zuckerbergs virtuelle Traumwelt
Der Facebook-Konzern Meta schaltet seine verlustreiche virtuelle 3D-Welt Horizon Worlds ab. Die Plattform wird noch bis zum 15. Juni über die hauseigenen Quest-Computerbrillen verfügbar sein, wie das Unternehmen in einer offiziellen Mitteilung bekannt gab. Danach bleibt lediglich eine abgespeckte App-Variante für Mobilgeräte übrig. Diese Entscheidung markiert einen tiefgreifenden Wendepunkt in der Strategie des Tech-Giganten.
Milliardenschwere Verluste und mangelndes Nutzerinteresse
Mark Zuckerberg, der Gründer von Meta, hatte jahrelang mit enormem finanziellen Aufwand versucht, virtuelle Realität als die nächste große Computer-Plattform zu etablieren. Die spektakuläre Umbenennung des Konzerns von Facebook zu Meta im Jahr 2021 stand ganz im Zeichen dieser Vision. Der neue Name lehnte sich bewusst an den Begriff Metaverse an, der für digitale Welten steht, in denen Menschen spielen, einkaufen und arbeiten können.
Doch die Realität sah anders aus. Meta investierte zwar massiv in die Entwicklung hochwertiger VR-Headsets und digitaler Funktionen, doch das Unterfangen erwies sich als extrem kostspielig. Gleichzeitig blieb der erhoffte Wettbewerb aus, und das Interesse der Nutzerinnen und Nutzer blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Der Virtual-Reality-Ableger Reality Labs, verantwortlich für die Quest-Headsets und Horizon Worlds, verbuchte Quartal für Quartal operative Verluste in Milliardenhöhe.
Strategiewechsel: Künstliche Intelligenz wird neuer Fokus
Unterdessen hat sich künstliche Intelligenz zum neuen strategischen Schwerpunkt für Mark Zuckerberg entwickelt. Der Meta-Chef will im erbitterten Rennen um die KI-Zukunft Konkurrenten wie den ChatGPT-Erfinder OpenAI und Google schlagen. Dafür seien Investitionen in Höhe von Hunderte Milliarden Dollar geplant, wie Zuckerberg bereits im Juli auf der Onlineplattform Threads verkündete.
Bereits Anfang dieses Jahres hatte Meta mehr als 1000 Stellen im Geschäftsbereich Reality Labs gestrichen. Die freiwerdenden Ressourcen werden nun von Virtual-Reality- und Metaverse-Produkten auf KI-basierte Wearables und Smartphone-Funktionen umgeschichtet. Wir haben vergangenen Monat angekündigt, dass wir einen Teil unserer Investitionen in das Metaverse auf Wearables verlagern, erklärte ein Unternehmenssprecher. Dies ist Teil dieser Bemühungen, und wir planen, die Einsparungen zu reinvestieren, um das Wachstum im Bereich Wearables in diesem Jahr zu unterstützen.
KI-Brillen und die Zukunft der virtuellen Realität
Bei Reality Labs werden weiterhin die innovativen Meta-Brillen entwickelt, die nur unwesentlich klobiger als herkömmliche Brillen sind. Diese Modelle, die unter den bekannten Marken Ray-Ban und Oakley vertrieben werden, verfügen über Kamera, Mikrofon und kleine Lautsprecher. Mit ihnen können Nutzer direkt mit der Meta-KI interagieren, Fragen zu ihrer Umgebung stellen sowie Fotos und Videos aufzeichnen.
Meta betont jedoch, dass die virtuelle Realität nicht grundsätzlich aufgegeben wird. Zwar habe sich die Technologie nicht so schnell entwickelt wie erhofft, aber die Branche wachse weiter. Das Unternehmen plant, weitere VR-Headsets auf den Markt zu bringen und sie speziell auf die Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen zuzuschneiden. Bereits in der Vergangenheit hatte der Konzern mehrere hauseigene VR-Studios geschlossen und eine für berufliche Zwecke konzipierte Variante der Horizon-Plattform eingestellt.
Die Schließung von Horizon Worlds symbolisiert somit das vorläufige Ende einer ambitionierten, aber wirtschaftlich gescheiterten Vision. Während das Metaverse in den Hintergrund rückt, setzt Meta nun voll und ganz auf die transformative Kraft der künstlichen Intelligenz und ihrer praktischen Anwendungen im Alltag.



