Polens neues Pfandsystem: Was Urlauber, Einkäufer und Pendler jetzt wissen müssen
Polens Pfandsystem: Wichtige Infos für Besucher und Pendler

Polens neues Pfandsystem betrifft auch deutsche Besucher

Wer in naher Zukunft einen Ausflug nach Polen plant, sollte sich über eine bedeutende Neuerung in unserem östlichen Nachbarland informieren. Seit dem 1. Oktober gilt dort nämlich ein flächendeckendes Pfandsystem für Getränkeflaschen und -dosen, das nicht nur polnische Bürger, sondern auch Urlauber, Shopping-Gäste und regelmäßige Pendler betrifft.

So funktioniert das polnische Pfandsystem im Detail

Das sogenannte System kaucyjny sieht für verschiedene Getränkeverpackungen unterschiedliche Pfandbeträge vor. Auf PET-Flaschen mit einem Fassungsvermögen von bis zu drei Litern sowie auf Metalldosen bis zu einem Liter Inhalt wird ein Pfand in Höhe von 50 Groszy erhoben, was ungefähr 12 Cent entspricht. Bei Mehrwegflaschen aus Glas mit einem Volumen von bis zu 1,5 Litern beträgt der Pfandbetrag einen Zloty, also etwa 24 Cent.

Die Rückgabe der leeren Verpackungen ist an mehreren Stellen möglich. Lebensmittelmärkte mit einer Verkaufsfläche von über 200 Quadratmetern, die Getränke in pfandpflichtigen Verpackungen anbieten, nehmen die Flaschen und Dosen zurück. Auch kleinere Geschäfte unter 200 Quadratmetern, die Getränke in Mehrwegflaschen aus Glas verkaufen – was momentan hauptsächlich Bierflaschen betrifft – sind zur Rücknahme verpflichtet.

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Einfache Rückgabe ohne Kassenzettel

Besonders praktisch für Besucher aus Deutschland: Die Rückgabe ist auch an speziellen Automaten, den sogenannten Butelkomaten, möglich, die sich sowohl in Geschäften als auch an öffentlichen Orten außerhalb von Einkaufsstätten befinden. Für die Rückerstattung des Pfandbetrags wird kein Kassenzettel benötigt. Entscheidend ist lediglich, dass die Flaschen und Dosen das offizielle polnische Pfandsymbol tragen, das auf den Verpackungen deutlich sichtbar angebracht ist.

Hintergrund und Ziele des neuen Systems

Die Einführung des Pfandsystems in Polen basiert auf der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates (EU) 2019/904 zur Reduzierung der Umweltauswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte. Wie das polnische Ministerium für Klima und Umwelt mitteilt, erhofft man sich durch das System mehrere positive Effekte.

Durch die Wiederverwendung von Materialien sollen wertvolle Ressourcen eingespart werden, da weniger Kunststoff, Aluminium und Glas für die Herstellung neuer Verpackungen benötigt wird. Zudem wird auf eine spürbar sauberere Umwelt gehofft, mit deutlich weniger weggeworfenen Flaschen und Dosen in Parks, Wäldern oder an Gewässern.

Testläufe bereiteten das System vor

Bereits im Vorfeld der offiziellen Einführung gab es in verschiedenen polnischen Supermärkten und Lebensmittelmärkten umfangreiche Testläufe mit den Rückgabeautomaten. Dadurch dürfte das Prozedere vielen polnischen Verbrauchern nicht völlig unbekannt sein. Für deutsche Besucher, die mit ähnlichen Systemen in Deutschland vertraut sind, stellt die Umstellung ebenfalls keine große Hürde dar, erfordert aber dennoch Aufmerksamkeit beim Einkauf von Getränken in Polen.

Die polnische Vizeministerin für Klima und Umwelt, Anita Sowińska, betonte bei der Vorstellung des Systems die Bedeutung dieser Maßnahme für den Umweltschutz und die Kreislaufwirtschaft. Das neue Pfandsymbol auf den Verpackungen soll Verbrauchern eine klare Orientierung bieten und die Rückgabequote erhöhen.

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