Regenwasser-Gebühren in Mansfeld: Erfassungsbogen sorgt für Verwirrung
Regenwasser-Gebühren: Erfassungsbogen in Mansfeld verwirrt

Die Grundstücksbesitzer in der Einheitsgemeinde Stadt Mansfeld erhalten derzeit Post vom Abwasserzweckverband (AZV) „Wipper-Schlenze“. Der zweiseitige Erfassungsbogen zur Einleitung von Niederschlagswasser in die Kanalisation stellt viele vor Herausforderungen. Dies wurde in der jüngsten Stadtratssitzung in Abberode sowie in Anfragen bei Ortsbürgermeistern deutlich. Vor allem ältere Menschen fühlen sich überfordert. Dabei ist das Ausfüllen des Bogens entscheidend: Die Daten bilden die Grundlage für die künftige Niederschlagswassergebühr, die der AZV erhebt. AZV-Geschäftsführer Stephan Sterzik betont, dass nur diejenigen zahlen müssen, die tatsächlich Regenwasser in die Kanalisation einleiten.

Erfassung von Dachflächen und versiegelten Flächen

Der Fragebogen verlangt unter anderem Quadratmeterangaben zu versiegelten oder teilversiegelten Flächen auf den Grundstücken. Unterschieden wird zwischen begrünten und nicht begrünten Dachflächen, Beton- und Asphaltflächen sowie Verbundpflaster oder Plattenbelägen mit durchlässigen Fugen. Auch Angaben zu Versickerungsanlagen, wie das Stauvolumen in Kubikmetern, werden abgefragt.

Hilfsangebote für Betroffene

Jenny Sander, Ortsbürgermeisterin in Großörner und Vertreterin der Stadt Mansfeld in der AZV-Verbandsversammlung, rät Grundstückseigentümern, bei Fragen den telefonischen Kontakt zum AZV unter 03476/800 99-0 zu suchen. Sie bittet um Geduld, falls nicht sofort jemand erreichbar ist. Auch der Seniorenhilfeverein in Großörner bietet Unterstützung an. Viele Bürger verstehen nicht, warum sie für Regenwasser zahlen sollen, so Sander. Doch daran führe kein Weg vorbei, da das in die Kanalisation gelangende Niederschlagswasser die Anlagen des AZV belastet.

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Hintergrund: Verkauf der Kanalisation

Die Stadt Mansfeld hatte ihre kommunale Regenwasserkanalisation im vergangenen Herbst aus Konsolidierungsgründen an den AZV „Wipper-Schlenze“ verkauft. Die Kommune erhielt rund 1,26 Millionen Euro. Diese Veräußerung hatte zuvor für heftige Diskussionen im Verbandsgemeinderat gesorgt und war zunächst abgelehnt worden. Ortsbürgermeisterin MarIitt Wiele aus Vatterode fragt sich, warum auch Menschen den Erfassungsbogen erhalten haben, bei denen gar kein Kanal anliegt. In der Einheitsgemeinde Stadt Gerbstedt zahlen Grundstückseigentümer, die Regenwasser in die Kanalisation leiten, bereits seit einem Jahr eine Gebühr von 54 Cent pro bebautem Quadratmeter an den AZV.

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