Warnstreik bei Veolia: Abfallwirtschaft in fünf Bundesländern lahmgelegt
Beim Umweltdienstleister Veolia hat in mehreren Bundesländern ein eintägiger Warnstreik begonnen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Arbeitsniederlegung ausgerufen, um in den laufenden Tarifverhandlungen Druck auf den Arbeitgeber auszuüben. Betroffen sind die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen.
Verdi kritisiert fehlende Verhandlungsbereitschaft
Als Grund für den Warnstreik gab Verdi die fehlende Verhandlungsbereitschaft des Arbeitgebers an. Das Unternehmen habe ein Angebot vorgelegt, das lediglich eine Erhöhung von 45 Cent pro Stunde vorsehe. Dies bleibe nicht nur deutlich unter der Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns um 1,08 Euro, sondern lasse den Abstand zwischen Tariflöhnen und gesetzlichem Mindestlohn weiter deutlich schrumpfen, so die Gewerkschaft.
Forderungen: 300 Euro mehr und Erfahrungsstufen
Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Entgeltes um 300 Euro pro Monat für die Beschäftigten. Zusätzlich sollen Erfahrungsstufen eingeführt sowie Regelungen zu Erschwernis- und Schmutzzulagen getroffen werden. Verdi strebt eine Tarifvereinbarung mit einer Laufzeit von zwölf Monaten an.
Veolia hält Darstellung für irreführend
Die Veolia Umweltservice Ost GmbH hält die Darstellung von Verdi für irreführend. „Wir zahlen Tariflöhne, die deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen und sich an Branchenstandards orientieren“, teilte das Unternehmen mit. „Wir suchen nach Lösungen, die fair für unsere Mitarbeitenden sind und gleichzeitig die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens berücksichtigen.“
Arbeitgeber betont Gesprächsbereitschaft
Veolia-Geschäftsführer Robert Menzer erklärte: „Unsere Mitarbeitenden leisten täglich hervorragende Arbeit – oft bei Wind und Wetter, in körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten und mit großem Einsatz für eine Dienstleistung, die meist als selbstverständlich wahrgenommen wird, solange alles funktioniert. Diese Leistung verdient Anerkennung und faire Bezahlung.“ Das Unternehmen sei weiterhin gesprächsbereit und strebe eine faire Lösung für beide Seiten an.
Nächste Verhandlungsrunde und betroffene Beschäftigte
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 23. März in Leipzig angesetzt. In den vom Warnstreik betroffenen Bundesländern sind nach Angaben von Verdi insgesamt 1.400 Veolia-Beschäftigte tätig. Der eintägige Ausstand soll die Dringlichkeit der Forderungen unterstreichen und den Arbeitgeber zu Zugeständnissen bewegen.



