Tödliche Schlammlawine in kongolesischer Coltan-Mine: Über 100 Tote bei zweitem Unglück
Coltan-Mine: Erdrutsch tötet über 100 Menschen im Kongo

Katastrophe in kongolesischer Coltan-Mine: Über 100 Tote bei erneutem Erdrutsch

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat eine verheerende Schlammlawine in einer Coltan-Mine mehr als hundert Menschen das Leben gekostet. Der Erdrutsch ereignete sich in den frühen Morgenstunden nahe der Stadt Masisi und wurde nach Angaben der Polizei durch heftige Regenfälle ausgelöst. Rettungskräfte suchten unter Hochdruck nach weiteren Opfern und möglichen Überlebenden, wie Polizeisprecher Robert Kasongo der Nachrichtenagentur dpa mitteilte.

Prekäre Arbeitsbedingungen und zweite Tragödie binnen Tagen

Die Arbeitsbedingungen in vielen Minen des rohstoffreichen Landes gelten als äußerst prekär. Häufig fehlt es an grundlegender Sicherheitstechnik, und in zahlreichen Bergwerken wird auch Kinderarbeit verrichtet. Bereits am Dienstag war es in Masisi in einem anderen Steinbruch zu einem ähnlichen Vorfall gekommen, bei dem Medienberichten zufolge bis zu 200 Menschen durch einen Erdrutsch ums Leben kamen. Auch im Januar hatte es in der Region bereits eine vergleichbare Katastrophe mit Dutzenden Toten gegeben.

Coltan: Unverzichtbarer Rohstoff mit blutigem Preis

Coltan, aus dem primär das Metall Tantal gewonnen wird, spielt eine zentrale Rolle in der Mikroelektronik. Das Metall ist aufgrund seiner Hitze- und Korrosionsbeständigkeit für viele elektronische Geräte unabdingbar, einschließlich Mobiltelefonen, Laptops, Flachbildschirmen, aber auch in der Automobilindustrie, Luftfahrt und für medizinische Geräte. Fast jedes Smartphone enthält Coltan, das häufig aus dem Kongo stammt – abgebaut unter oft lebensgefährlichen Bedingungen.

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Rohstoffe befeuern anhaltenden Konflikt

Die reichen Bodenschätze des Landes – neben Coltan auch Gold und Zinn – befeuern den seit mehr als 30 Jahren andauernden Konflikt in der Region. Seit 2021 kämpft die Rebellengruppe M23 erneut gegen kongolesische Truppen und deren verbündete Milizen, um sich den Zugang zu Rohstoffen und politischer Macht zu sichern. In der Region sind mehr als 100 bewaffnete Milizen sowie Soldaten aus dem benachbarten Ruanda aktiv.

Anfang 2025 eroberte die M23-Miliz große Gebiete nahe der Grenze zu Ruanda und setzte dort eigene Verwaltungen ein. Die Stadt Masisi steht seit Mitte 2024 unter ihrer Kontrolle. In dem andauernden Konflikt sind bereits mehrere Tausend Menschen geflohen, Hunderte wurden getötet. Der Miliz werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

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