Am Sonntag, dem 10. Mai 2026, haben die Menschen in Deutschland die natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die rechnerisch für das gesamte Jahr ausreichen sollten. Dies geht aus Berechnungen der Organisation Global Footprint Network hervor, die jährlich den sogenannten Erdüberlastungstag ermittelt – sowohl für einzelne Länder als auch für den gesamten Planeten.
Deutscher Erdüberlastungstag 2026
Im Jahr 2025 lag der deutsche Erdüberlastungstag noch am 3. Mai. Die Verschiebung um eine Woche nach hinten ist auf aktualisierte Daten und geänderte Berechnungsmethoden zurückzuführen. Dennoch bleibt der ökologische Fußabdruck Deutschlands alarmierend hoch.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) betont, dass vor allem der übermäßige Einsatz fossiler Energien zu diesem Defizit beiträgt. Hauptverursacher seien energieintensive Industriebranchen, der Gebäudesektor, der Straßenverkehr und die industrielle Tierhaltung.
Folgen der Ressourcenübernutzung
Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind bereits deutlich spürbar. Dürren, Starkregen und zunehmende Hitze in Städten sind nur einige Beispiele für die bereits eingetretenen Konsequenzen der Klimakrise.
Würden alle Menschen auf der Erde so viele natürliche Rohstoffe verbrauchen und CO₂ ausstoßen wie die Deutschen, wäre die jährliche Biokapazität der Erde bereits im ersten Drittel des Jahres erschöpft. Diese hypothetische Rechnung basiert laut WWF auf dem durchschnittlichen ökologischen Fußabdruck und der biologischen Kapazität pro Person.
Kritik an deutscher Ressourcenpolitik
Umweltschutzorganisationen fordern daher dringend ein Umdenken in der deutschen Politik. Der BUND kritisiert insbesondere die mangelnde Reduktion von Treibhausgasemissionen und den anhaltend hohen Ressourcenverbrauch in den genannten Sektoren.
Die Klimakrise schreitet weltweit voran, und Deutschland trägt mit seinem überdurchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch maßgeblich dazu bei. Es bedarf einer konsequenten Energiewende, einer nachhaltigeren Landwirtschaft und einer Reduzierung des Individualverkehrs, um den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.



