Frühlingshafte Temperaturen im Februar: Süden Deutschlands nähert sich 23-Grad-Marke
Offenbach • Der Februar zeigt sich in diesem Jahr von seiner ungewöhnlich warmen Seite. Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach prognostizieren für den Freitag Höchsttemperaturen, die im Süden und der Mitte Deutschlands die 23-Grad-Marke erreichen könnten. Besonders am Oberrhein werden diese frühlingshaften Werte erwartet, während der Norden mit etwa 16 Grad etwas kühler bleibt.
Historischer Temperaturrekord könnte fallen
Mit den prognostizierten Werten droht der bisherige Februar-Temperaturrekord in Deutschland zu fallen. Dieser wurde im Jahr 1900 in Jena mit 23,1 Grad Celsius gemessen und könnte nun übertroffen werden. Die aktuelle Wetterlage erreicht damit voraussichtlich ihren vorläufigen Höhepunkt, bevor sich am Wochenende eine deutliche Abkühlung einstellt.
Meteorologe Andreas Walter zieht eine erste Bilanz des zu Ende gehenden Winters: „Es sieht so aus, als ob der Winter wieder mal deutlich zu warm gewesen sei“, erklärt er. Zusätzlich zur erhöhten Temperatur gab es im Vergleich zu den Durchschnittswerten zu wenig Niederschlag – trotz einzelner Schneefälle. „Der Schnee bleibt halt lange liegen, aber der fällt nur ein Mal“, präzisiert Walter diese Beobachtung.
Wochenendprognose: Abkühlung steht bevor
Die frühlingshaften Temperaturen werden nicht von Dauer sein. Bereits am Samstag erwartet der Deutsche Wetterdienst unterschiedliche Werte:
- 7 bis 11 Grad an der Küste
- 12 bis 18 Grad im Osten und Südosten
Während der Nordwesten mit unbeständigem Wetter rechnen muss, können sich der Osten und Südosten noch einmal über Sonnenschein freuen.
Für den Sonntag prognostizieren die Meteorologen einen Mix aus Sonne, Wolken und örtlichem Regen. Die Temperaturen sinken weiter auf 10 bis 15 Grad – für die Jahreszeit immer noch mild, aber deutlich kühler als die Spitzenwerte vom Freitag. Lediglich im Norden wird es etwas frischer.
Biometeorologische Auswirkungen des Wetterumschwungs
Das ungewöhnlich warme Februarwetter hat deutliche Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Bio- und Umweltmeteorologe Andreas Matzarakis von der Universität Freiburg erklärt die physiologischen Veränderungen: „Im Winter bildet der Körper mehr Melatonin – ein Hormon, das unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Wenn es dunkel ist, wollen wir ja schlafen“.
Mit dem zunehmenden Sonnenschein und den steigenden Temperaturen verändert sich die Hormonproduktion: Der Körper bildet weniger Melatonin und dafür mehr Vitamin D sowie das Glückshormon Serotonin. „Damit wir aufwachen, damit wir viel aktiver sind und viel mehr Energie haben“, beschreibt Matzarakis diesen natürlichen Anpassungsprozess.
Die individuelle Reaktion auf den schnellen Wetterumschwung hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab:
- Allgemeiner Gesundheitszustand
- Ernährungsgewohnheiten
- Stresslevel im Alltag
- Chronische Erkrankungen
- Umweltfaktoren wie Luftbelastung oder Pollenkonzentration
„Wenn jemand betroffen ist, umso schwieriger ist es, sich auf die neue Situation einzustellen“, betont der Experte. Dennoch könne vielen Menschen der Aufenthalt in der Sonne bei der Umstellung helfen – besonders jetzt, wo die Sonnenbrandgefahr noch gering sei. „Das dauert noch drei, vier Wochen, bis die Sonne so stark ist, dass man eher die negativen Aspekte betrachtet“, so Matzarakis.
Meteorologischer Frühlingsbeginn am Sonntag
Passend zum Wetterumschwung beginnt am Sonntag der meteorologische Frühling. Die aktuellen Temperaturen und Wetterbedingungen entsprechen damit bereits frühlingshaften Verhältnissen, auch wenn der kalendarische Frühlingsbeginn noch einige Wochen auf sich warten lässt. Die ungewöhnlich warme Februarphase zeigt einmal mehr die Veränderungen im Klimageschehen und die zunehmende Häufigkeit von Temperaturausreißern außerhalb der typischen Jahreszeitenmuster.



