Frühlingshafte Temperaturen bis 23 Grad am Freitag
Die Sonnenbrille kann aufgesetzt und das Eis geschleckt werden: An diesem Freitag erlebt Deutschland einen frühlingshaften Tag mit viel Sonnenschein und Temperaturen, die lokal bis zu 23 Grad erreichen können. Nach morgendlichem Nebel, der Pendlerinnen und Pendler beeinträchtigte, setzte sich vielerorts die Sonne durch und sorgte für angenehme Wärme.
Neue Februar-Rekorde möglich
Laut dem Deutschen Wetterdienst wurden am Freitag Höchstwerte zwischen 13 und 23 Grad erwartet. Besonders warm könnte es am Oberrhein werden, dem Rheinabschnitt zwischen Basel und Bingen. „Damit ist es wahrscheinlich, dass an einigen Orten neue Rekorde für den Monat Februar aufgestellt werden“, teilte der Wetterdienst mit. Der bisherige Temperaturrekord für einen Februar in Deutschland stammt aus dem Jahr 1900, als in Jena 23,1 Grad gemessen wurden.
Eisdielen öffnen mit neuer Sorte Pinocchio
Passend zu den frühlingshaften Temperaturen öffnen in den kommenden Tagen immer mehr Eisdielen in Deutschland. Annalisa Carnio, Sprecherin des Verbandes der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland (Uniteis), bestätigt diesen Trend. In vielen Läden wird auch die Eissorte des Jahres 2026 angeboten: Pinocchio. Diese Kreation ist eine Melange aus Milcheis und Erdbeersorbet, verziert mit in Schokolade getunkten Grissini. „In Deutschland ist das Publikum konservativ“, sagt Carnio. Exotische Kreationen werden zwar probiert, aber die großen Renner bleiben Jahr für Jahr Sorten wie Erdbeere, Vanille, Schokolade, Haselnuss oder Stracciatella. Im Sommer geht der Trend zu mehr Fruchteissorten und Sorbets wie Zitrone oder Mango.
Biometeorologe erklärt positive Effekte der Sonne
Der Bio- und Umweltmeteorologe Andreas Matzarakis von der Universität Freiburg erklärt, warum das frühlingshafte Wetter bei vielen Menschen Tatendrang auslöst. Im Winter bildet der Körper mehr Melatonin, ein Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. „Wenn es dunkel ist, wollen wir ja schlafen“, so Matzarakis. Mit zunehmendem Sonnenschein produziert der Körper weniger Melatonin und dafür mehr Vitamin D sowie das Glückshormon Serotonin. „Damit wir aufwachen, damit wir viel aktiver sind und viel mehr Energie haben“, erläutert der Professor.
Wie genau man sich bei dem schnellen Wetterumschwung fühlt, hängt von vielen Faktoren ab, darunter allgemeiner Gesundheitszustand, Ernährung, Stress oder chronische Erkrankungen. Auch Umweltfaktoren wie Luftbelastung oder Pollenlage spielen eine Rolle. „Wenn jemand betroffen ist, umso schwieriger ist es, sich auf die neue Situation einzustellen“, sagt Matzarakis. Vielen helfe es bei der Umstellung, Sonne zu tanken – gerade jetzt, wo die Sonnenbrand-Gefahr noch gering sei. „Das dauert noch drei, vier Wochen, bis die Sonne so stark ist, dass man eher die negativen Aspekte betrachtet.“
Meteorologischer Frühlingsbeginn und kühlere Aussichten
Am Sonntag ist der meteorologische Frühlingsbeginn. Meteorologe Andreas Walter zog eine Bilanz des zu Ende gehenden Winters: „Es sieht so aus, als ob der Winter insgesamt betrachtet wieder mal deutlich zu warm gewesen sei“. Zudem habe es im Vergleich zu wenig Niederschlag gegeben – trotz des Schnees. „Der Schnee bleibt halt lange liegen, aber der fällt nur ein Mal“, erläutert Walter.
Von den Temperaturen über 20 Grad müssen wir uns jedoch schnell verabschieden. Ab Samstag erwartet der Wetterdienst noch Höchstwerte bis 19 Grad im Osten, wo es heiter und trocken bleibt. Im Westen und Nordwesten kann es dagegen schon regnen. Am Sonntag liegen die Höchstwerte nur noch zwischen 7 und 13 Grad im Norden sowie 10 und 15 Grad im Rest des Landes. Es kann zwar vereinzelt regnen, aber ansonsten bleibt es wolkig.



