Massive Sahara-Staubwolke erreicht Deutschland
Der Himmel über Deutschland zeigt sich am Donnerstag in einem ungewöhnlichen milchigen Ton – ein Vorbote für das, was noch kommen wird. Eine riesige Staubwolke aus der zentralen Sahara hat ihren Weg über das Mittelmeer nach Deutschland gefunden und wird für mehrere Tage das gewohnte Himmelblau trüben.
Experten warnen vor Blutregen
Dr. Karsten Brandt von donnerwetter.de erklärt: „Bereits am Mittwoch hatte der Saharastaub die Alpenregion erreicht. Jetzt liegt er über ganz Deutschland.“ Die Modelle zeigen deutlich, dass die rostfarbene Wolke in den kommenden Tagen noch deutlich dichter werden wird. Zwar verliert der Himmel an Tiefenblau, doch dafür versprechen Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge spektakuläre Farbenspiele.
Was Autofahrer besonders beachten sollten: Das Autowaschen sollte vorerst vertagt werden. Zwar bleibt das Wetter aktuell staubtrocken, doch in der nächsten Woche könnte sich das ändern. Mit einsetzenden Niederschlägen würde der Staub als sogenannter Blutregen ausgewaschen werden. „Nicht ausgeschlossen, dass dies in der nächsten Woche geschieht“, warnt Brandt.
Zigtausende Tonnen Staub in der Atmosphäre
Schätzungen zufolge werden Zigtausende Tonnen Staub in etwa drei Kilometer Höhe transportiert. Dominik Jung von wetter.net, Diplom-Meteorologe, präzisiert: „Der Staub wird auch trocken niedergehen. Das nennt sich dry deposition und ist ebenfalls vor allem auf den Autos zu sehen. Viele verwechseln den Staub im Frühjahr mit Pollen.“
Die Stürme in der größten Trockenwüste der Welt sind für den Frühling typisch und bringen diese schlierigen Fahnen regelmäßig nach Europa. Doch der staubige Gruß aus der Wüste ändert nichts an der weiterhin stabilen Wetterlage in Deutschland.
Regionale Wetterentwicklungen
Im Norden war der Temperatursprung besonders deutlich: von 11 Grad am Mittwoch auf bis zu 16 Grad in Hamburg. Bremen erreichte sogar 17 Grad. Nur im äußersten Nordwesten blieb es mit 11 Grad noch kühl.
Im Osten war es morgens noch frostig – südlich von Frankfurt/Oder fiel das Thermometer auf minus 5 Grad. Auch das Erzgebirge und Berlin pendelten zunächst um den Nullpunkt. Doch im Tagesverlauf wurden fast überall rund 15 Grad erreicht.
Im Westen werden die Spitzenwerte erwartet. Am Rhein ist es am wärmsten, und Meteorologen rechnen damit, dass die 20-Grad-Marke an mehreren Orten geknackt wird – etwa rund um Köln, Düsseldorf und in der Pfalz.
Im Süden könnte in Baden-Württemberg die 20-Grad-Marke erreicht oder leicht übertroffen werden, besonders in Stuttgart und Freiburg. Bayern kommt auf 18 Grad. In der Nacht zu Freitag zieht teils dichter Nebel auf, und in den Alpen wird es womöglich noch einmal leicht frostig.
Insgesamt bleibt die Wetterlage in ganz Deutschland stabil, und das Super-Frühlingswetter setzt sich vorerst fort – wenn auch unter einem leicht getrübten Himmel.



