Windkraft-Konflikt im Südharz: Stadt Sangerhausen kämpft weiter gegen geplante Windräder
Die Stadt Sangerhausen und der Landkreis Mansfeld-Südharz lehnen einen möglichen Windpark bei Horla, Rotha, Breitenbach und Hainrode im südlichen Harz entschieden ab. Trotz massiver Kritik und Widerstand werden die Windräder in diesem Gebiet nun wahrscheinlicher, nachdem die Regionalversammlung der Regionalen Planungsgemeinschaft Harz einen entscheidenden Antrag abgelehnt hat.
Knappe Entscheidung der Regionalversammlung
Die Entscheidung fiel denkbar knapp: Mit sieben zu fünf Stimmen lehnte die Regionalversammlung jetzt den Antrag der Stadt Sangerhausen ab, das reichlich 100 Hektar große Windgebiet „Harzpforte“ bei Horla, Rotha, Breitenbach und Hainrode aus dem zweiten Entwurf des Teilplans Windenergie herauszunehmen. Diese Abstimmung markiert einen wichtigen Wendepunkt in der langwierigen Debatte um die Windkraftnutzung in der Region.
Scharfe Kritik von Stadt und Landkreis
Die Ablehnung des Antrags stößt auf scharfe Kritik sowohl seitens der Stadt Sangerhausen und der Gemeinde Südharz als auch des Landkreises Mansfeld-Südharz. Die lokalen Behörden bezeichnen das geplante Windgebiet als „unsinnig“ und kündigen an, ihren Kampf gegen die Windkraftpläne fortzusetzen. Sie argumentieren mit landschaftlichen, ökologischen und möglicherweise auch touristischen Bedenken.
Weiterer Widerstand angekündigt
Die Stadt Sangerhausen will weiter gegen das „unsinnige Windgebiet“ im südlichen Harz kämpfen. Sowohl die Stadtverwaltung als auch der Landkreis Mansfeld-Südharz prüfen nun weitere rechtliche und politische Möglichkeiten, um die Windkraftpläne zu verhindern oder zumindest zu modifizieren. Gleichzeitig werden andere Gebiete in der Region nicht mehr als Windvorranggebiete vorgesehen, was die Kontroverse um die ausgewählten Standorte zusätzlich verschärft.
Regionale Planungsgemeinschaft Harz im Fokus
Die Regionale Planungsgemeinschaft Harz steht nun im Zentrum der Auseinandersetzung. Ihre Entscheidung, das Windgebiet „Harzpforte“ im Teilplan Windenergie zu belassen, könnte weitreichende Folgen für die Energiepolitik und Landschaftsentwicklung im Südharz haben. Die knappe Abstimmung zeigt, dass auch innerhalb der Planungsgremien keine Einigkeit über den richtigen Weg besteht.
Die Debatte um die Windkraft im Südharz ist damit keineswegs beendet, sondern tritt in eine neue, möglicherweise noch konfliktreichere Phase ein. Während Befürworter auf die Bedeutung erneuerbarer Energien verweisen, pochen Gegner auf den Schutz der charakteristischen Harzlandschaft und die Interessen der Anwohner.



