Deutscher Wetterdienst bilanziert: Winter 2025/26 war deutlich zu mild, trocken und sonnig
Winter 2025/26: Deutlich zu mild, trocken und sonnig

Wetterbilanz des Deutschen Wetterdienstes: Winter 2025/26 fiel deutlich zu mild aus

Wer reichlich Schnee und Glätte in Erinnerung hat, wird sich möglicherweise wundern: Der gerade zu Ende gegangene Winter war insgesamt zu sonnig und deutlich zu mild. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nun seine vorläufige Bilanz für die Monate Dezember 2025 bis Februar 2026 vorgelegt und bestätigt einen klaren Trend.

Temperaturen deutlich über dem langjährigen Mittel

Es handelte sich bereits um den 15. Winter in Folge, der wärmer als die Referenzperiode ausfiel. Die Durchschnittstemperatur lag bei 1,8 Grad Celsius und damit ganze 1,6 Grad über dem Mittelwert der Vergleichsperiode von 1961 bis 1990, die bei 0,2 Grad lag. Dennoch gab es auch extreme Kältephasen: Am kältesten war es am 6. Januar in Oberstdorf im Allgäu mit frostigen minus 21,7 Grad.

Regionale Unterschiede bei Temperatur und Sonnenschein

Je nach Region erlebten die Menschen allerdings sehr unterschiedliche Wintermonate. Während das Saarland und Nordrhein-Westfalen mit durchschnittlich 3,8 Grad die mildesten Temperaturen verzeichneten, war Brandenburg mit 0,5 Grad im Schnitt am kältesten. Baden-Württemberg konnte sich über rund 225 Sonnenstunden freuen und war damit das sonnenscheinreichste Bundesland, während Schleswig-Holstein mit nur etwa 135 Stunden deutlich weniger Sonne abbekam.

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Niederschläge deutlich unter dem Soll

Trotz einiger Schneephasen war der Winter insgesamt trockener als üblich. Nach ersten Auswertungen fielen nur etwa 135 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, was lediglich 75 Prozent des Sollwerts der Referenzperiode entspricht. Meteorologe Andreas Walter vom DWD erläuterte: „Der Schnee bleibt halt lange liegen, aber der fällt nur ein Mal.“ Besonders trocken blieb es im Nordosten Deutschlands, während der Dezember insgesamt als außergewöhnlich niederschlagsarm in die Statistik einging.

Sonnenscheinbilanz positiv trotz trübem Februar

In der Gesamtbilanz war es ein überdurchschnittlich sonniger Winter. Die Sonne schien rund 180 Stunden, was 18 Prozent über dem Soll von 153 Stunden liegt. Bemerkenswert: Der Dezember 2025 ging als zweitsonnigster Dezember seit 1951 in die Wetteraufzeichnungen ein. Allerdings bremste der vergleichsweise trübe Februar den positiven Trend etwas ab.

Schneephasen und regionale Besonderheiten

Obwohl der Winter insgesamt trocken ausfiel, gab es durchaus bemerkenswerte Schneephasen. In Teilen Norddeutschlands handelte es sich um den schneereichsten Winter seit 2010, in anderen Regionen sogar seit 2012. Noch vor wenigen Wochen führten Blitzeis und Glätte zu Verkehrsunfällen, und an der Ostsee türmten sich Eisbrocken zeitweise zu meterhohen Bergen auf.

Mit dem 1. März beginnt nun der meteorologische Frühling. Meteorologen teilen das Jahr zu statistischen Zwecken in vier gleich lange Jahreszeiten von je drei Monaten ein, während die kalendarischen Jahreszeiten auf den tatsächlichen Sonnenständen basieren.

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