Rekordpreise bei Rinderauktion: Teuerster Bulle Cicero aus MV geht nach Bayern
Bei der sechsten Online-Auktion des Zuchtverbandes Rinder-Allianz aus Woldegk haben Zuchttiere aus dem Nordosten Deutschlands bemerkenswerte Preise erzielt. Die Veranstaltung übertraf alle Erwartungen und setzte neue Maßstäbe in der Fleischrindzucht.
Spitzenpreis für Angus-Bulle Cicero
Der einjährige Angus-Bulle Cicero aus Lauenhagen bei Strasburg in Mecklenburg-Vorpommern erwies sich als absolutes Highlight der Auktion. Das Tier von Landwirt Friedrich Keunecke wurde für stolze 8.400 Euro an einen Züchter aus Bayern versteigert. Damit ist Cicero derzeit das teuerste Zuchttier aus Mecklenburg-Vorpommern und erzielte den zweithöchsten Preis in der Angus-Rasse bei dieser Veranstaltung.
Zuchtexpertin Sabine Schmidt von der Rinder-Allianz zeigte sich begeistert: „Ein sehr stolzer Preis, der die hohe Qualität unserer Zuchttiere unterstreicht.“ Neben Cicero sorgte auch der erste hornlose Aubrac-Zuchtbulle Prado aus Görke bei Anklam für Aufsehen. Er wurde für einen respektablen Preis von 5.200 Euro verkauft, was für diese Rasse als außergewöhnlich gut bewertet wird.
Neue Rekorde und beeindruckende Durchschnittspreise
Die Auktion der Rinder-Allianz-Züchter aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt übertraf alle bisherigen Erwartungen. Mit einem Durchschnittspreis von 5.660 Euro wurde ein neues Spitzenergebnis erreicht – das sind etwa 1.600 Euro mehr als beim Vorjahresrekord.
Besonders bemerkenswert:
- Drei Bullen wurden für mehr als 10.000 Euro versteigert
- Der teuerste Einzelverkauf war der Limousin-Bulle SKL Merlin Pp aus der Zucht von Stefan Kreisel aus Salzwedel für 11.900 Euro
- Damit wurde der bisherige Höchstpreis deutlich übertroffen
Breites Interesse und internationale Käufer
Die Spitzentiere fanden weit über die Landesgrenzen hinaus Beachtung. Züchter aus mehreren Bundesländern wie Bayern, Hessen, Brandenburg und Niedersachsen erhielten den Zuschlag für verschiedene Tiere. Sogar ein Bulle wurde nach Österreich verkauft, was die überregionale Bedeutung dieser Auktion unterstreicht.
Insgesamt kamen 91 leistungsgeprüfte Fleischrind-Jungbullen aus 49 Zuchtbetrieben unter den Hammer. Vertreten waren die Rassen:
- Fleckvieh-Simmental
- Angus
- Uckermärker
- Limousin
- Charolais
- Spezialrassen wie Aubrac, Welsh Black und Weißblaue Belgier
Gründliche Vorbereitung und professionelle Durchführung
Die Bullen wurden im Vorfeld der Auktion sorgfältig in den Zuchtbetrieben ausgewählt und auf die insgesamt fünfeinhalbstündige Veranstaltung vorbereitet. Ende Januar erfolgte die offizielle Körung durch die Kommission der Rinder-Allianz, die die Qualität der Tiere begutachtete und bewertete.
Die Rinder-Allianz betonte, dass die Online-Auktion dem traditionellen Verkauf im Vorführring in nichts nachstehe. „Es wurden vergleichbare Spitzenergebnisse erzielt, was die Effektivität unseres digitalen Formats beweist“, so ein Sprecher des Verbandes.
Beeindruckende Gesamterlöse und historischer Vergleich
Insgesamt wurden Bullen im Wert von mehr als einer halben Million Euro verkauft – ein beeindruckendes Ergebnis für die Fleischrindzucht in Norddeutschland. Die Rinder-Allianz zählt derzeit etwa 600 Fleischrindzüchter aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und dem nördlichen Brandenburg zu ihren Mitgliedern.
Zum Vergleich: Bei einer Auktion von Milchrindern im vergangenen Jahr war eine Kuh für 56.000 Euro an einen Käufer aus Hessen verkauft worden. Dies zeigt, dass hochwertige Zuchttiere aus der Region national und international gefragt sind und entsprechende Preise erzielen können.
Die erfolgreiche Auktion unterstreicht die Bedeutung der Fleischrindzucht für die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern und den angrenzenden Regionen. Sie demonstriert gleichzeitig, wie digitale Formate traditionelle Verkaufsmethoden ergänzen und sogar übertreffen können.



