Schweinepest: Sperrzone im Sauerland wird wegen neuer Fälle erweitert
Schweinepest: Sperrzone im Sauerland wird erweitert

Neue Fälle von Afrikanischer Schweinepest nahe Hessen

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich im Sauerland weiter aus. Nach dem Fund mehrerer verendeter Wildschweine außerhalb des bisherigen Seuchengebiets wird die Sperrzone vergrößert. Das Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf bestätigte, dass vier Tiere in Netphen-Grissenbach im Kreis Siegen-Wittgenstein positiv auf das Virus getestet wurden. Ein Kadaver war bereits am 1. Mai entdeckt worden, drei weitere am vergangenen Donnerstag. Die Behörden durchkämmen das Gebiet intensiv nach weiteren toten Tieren.

Maßnahmen in der Sperrzone

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, gelten in den betroffenen Gebieten gestaffelte Auflagen für Landwirte, Jäger und die Bevölkerung. Wanderwege dürfen nicht verlassen werden, und Schweinebauern haben eingeschränkte Vermarktungsmöglichkeiten. Die genauen Gebiete, in denen die strengeren Regeln gelten, werden noch zwischen den Kreisen abgestimmt. Da die Funde nahe der Landesgrenze zu Hessen liegen, steht das NRW-Ministerium in engem Austausch mit den hessischen Behörden, auch über den Bau von Schutzzäunen. Mitte April war mit einem zweiten Zaun begonnen worden; die Arbeiten werden an die neuen Funde angepasst.

Bisherige Entwicklung der Seuche

Seit dem ersten ASP-Fall im Kreis Olpe im Juni 2025 wurden in NRW rund 600 Wildschweine positiv getestet, alle in den Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein und im Hochsauerlandkreis. Landesweit wurden über 46.000 Tiere negativ getestet. Für Menschen und andere Tiere ist das Virus ungefährlich, aber für Haus- und Wildschweine verläuft die Infektion fast immer tödlich. Bei einem Ausbruch in einem Hausschweinebestand muss der gesamte Bestand getötet werden, was wirtschaftliche Einbußen und Handelsrestriktionen zur Folge hat. Bislang ist in NRW jedoch kein Hausschweinebestand betroffen, da die waldreiche Region vergleichsweise wenige Schweinehalter hat.

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Forschungserfolg gegen Schweinepest

Ein internationales Forschungsteam aus Großbritannien und Deutschland hat einen Erfolg gegen die Klassische Schweinepest erzielt: Sie veränderten das Erbgut von Schweinen so, dass die Tiere vollständig resistent gegen die Krankheit wurden. Diese Geneditierung könnte künftig auch helfen, Schweine gegen die Afrikanische Schweinepest oder bakterielle Infektionen zu schützen. Allerdings müssen für jede Krankheit spezifische Ansätze entwickelt werden.

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