Karte zeigt: Hier gab es 2025 die meisten Hai-Unfälle weltweit
Karte zeigt: Hier gab es 2025 die meisten Hai-Unfälle

Karte zeigt: Hier gab es 2025 die meisten Hai-Unfälle weltweit

Seit Jahren bemühen sich Meeresbiologen und Naturschützer, das Bild von Haien als blutrünstigen Killern zu korrigieren. Der Mensch steht nicht auf dem natürlichen Speiseplan dieser Raubfische, die eher als neugierige Tiere gelten. Dennoch kommt es in äußerst seltenen Fällen zu blutigen oder sogar tödlichen Begegnungen. Eine aktuelle Karte der International Shark Attack File (ISAF) verdeutlicht nun, wo solche Vorfälle im Jahr 2025 am häufigsten dokumentiert wurden.

USA und Australien führen die Statistik an

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind das Land mit den weltweit meisten registrierten Hai-Unfällen auf Menschen. Insgesamt 1.698 Fälle zählt die ISAF seit dem Jahr 1580 – eine Zahl, die auf den ersten Blick gewaltig erscheint. Betrachtet man jedoch den Zeitraum von rund 445 Jahren, relativiert sich vieles: Im Durchschnitt kam es damit zu lediglich 0,26 Vorfällen pro Jahr in den USA.

Im vergangenen Jahr lagen erneut die USA mit 25 dokumentierten Fällen an der Spitze, dicht gefolgt von Australien mit 21 Vorfällen. Zusammengenommen entfallen damit mehr als 70 Prozent aller weltweiten Hai-Begegnungen des Jahres 2025 auf diese beiden Nationen. Die ISAF erfasst dabei ausschließlich sogenannte unprovozierte Bisse. Darunter versteht die Organisation Vorfälle, bei denen ein Hai einen Menschen in seinem natürlichen Lebensraum beißt, ohne dass dieser ihn zuvor provoziert hat.

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Experten sprechen bewusst von „Unfällen“

Die Deutsche Hai-Stiftung meidet sogar den Begriff „Angriff“ und spricht ausdrücklich von Hai-Unfällen. Die Begründung: Der Mensch gehört nicht zu den Beutetieren dieser Raubfische. In den meisten Fällen dringt der Mensch in den Lebensraum der Haie ein. Was als provozierter Biss gilt, erklärt die ISAF detailliert: „Dazu zählen Fälle, in denen Taucher nach dem Drangsalieren oder Berühren von Haien gebissen werden, Bisse bei Speerfischern, bei Personen, die Haie füttern wollen, oder beim Entfernen eines Hakens bzw. Befreien eines Hais aus einem Fischernetz.“

Weltweit nur 65 unprovozierte Bisse im Jahr 2025

Die globalen Zahlen unterstreichen die Seltenheit solcher Begegnungen. Weltweit registrierte die ISAF im Jahr 2025 insgesamt 65 unprovozierte Hai-Bisse, von denen 9 tödlich endeten. Im Vergleich zu anderen Verletzungsarten oder unnatürlichen Todesfällen sind diese Zahlen verschwindend gering. Haiexperte Dr. Philipp Kanstinger vom WWF Deutschland bringt es auf den Punkt: „Es sterben mehr Menschen durch Sektkorken als durch Haie.“

Die Daten der International Shark Attack File zeigen somit deutlich: Trotz der medialen Aufmerksamkeit für Hai-Vorfälle handelt es sich um extrem seltene Ereignisse. Die Karte der dokumentierten Fälle unterstreicht, dass bestimmte Regionen wie die Küsten der USA und Australien statistisch häufiger betroffen sind, was jedoch nicht mit einer erhöhten Gefahr gleichzusetzen ist. Vielmehr reflektiert es die intensive Nutzung dieser Meeresgebiete durch den Menschen.

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