Dorfsee Milow: Sanierung mit Förderprogramm startet
Der Dorfsee in Milow, einem Ortsteil der Gemeinde Uckerland in der Uckermark, war lange Zeit von Verlandung und Verschlammerung bedroht. Eine dringend benötigte Sanierung schien für die Gemeinde finanziell nicht realisierbar. Nun gibt es eine positive Wendung: Ein umfangreiches Unterstützungspaket aus Potsdam macht die Renaturierung des Gewässers möglich.
Förderprogramm mit fünf Millionen Euro
Die Landes-Naturschutzstiftung NaturSchutzFonds Brandenburg übernimmt einen notwendigen Eigenanteil der Gemeinde Uckerland in Höhe von 309.000 Euro. Dadurch erhält die Gemeinde Zugang zu weiteren 1,3 Millionen Euro Bundesmitteln aus dem „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ (ANK). Das Umweltministerium in Potsdam bestätigte diese Finanzierung in dieser Woche. Mit den bereitgestellten Geldern kann die Gemeinde die umfassende Sanierung des Sees nun in Angriff nehmen.
Milow ist eines der ersten Projekte, das aus dem neuen Aktionsprogramm „Wasserhaushalt PLUS“ gefördert wird. Landesweit stehen für dieses Programm insgesamt fünf Millionen Euro zur Verfügung, um Brandenburgs Natur besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
Wasserhaushalt und Klimaanpassung
Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt (SPD) erläutert, dass mit dem Aktionsprogramm konkrete Maßnahmen umgesetzt werden können, um die knapper werdende Ressource Wasser in der Landschaft zu halten. Die Eigenanteilsfinanzierung durch die Stiftung entlastet den Haushalt kommunaler Projektträger wie der Gemeinde Uckerland und erweitert deren Handlungsspielraum erheblich. „Der Gemeinde wünsche ich viel Erfolg bei der Planung und Umsetzung ihres Vorhabens“, ließ die Ministerin mitteilen, die gleichzeitig auch Stiftungsratsvorsitzende beim NaturSchutzFonds ist.
Renaturierung für Artenvielfalt und lokales Klima
Die Gemeinde Uckerland plant, den verlandeten Milower Dorfsee zurückzugewinnen. Im Vordergrund steht dabei die Entschlammung des Gewässers. Janine Ruffer, stellvertretende Geschäftsführerin beim NaturSchutzFonds, betont, dass mit dem Projekt nicht nur ein großer Wasserspeicher in die Landschaft zurückkehrt, sondern auch ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Arten im und am Wasser geschaffen wird.
Der See ist besonders attraktiv für Zug- und Standvögel – in den vergangenen Jahren haben die Milower rund 125 Vogelarten rund um ihren See gezählt. „Derzeit machen auch Teichfledermäuse auf sich aufmerksam, die in einer Scheune in unmittelbarer Nähe zum See ihre Kinderstube eingerichtet haben“, sagt Ruffer.
Eine große Bedeutung besitzt der Milower See zudem für das lokale Klima. Weil sich das Wasser im Sommer langsamer als die Luft erwärmt, kühlt der See seine Umgebung. „Gesunde Seen wirken im Sommer als natürliche Klimaanlagen. Mit ihrem kühlenden Wasserkörper und den Gehölzen am Ufer sorgen sie in den immer heißer werdenden Sommern für die nötige Abkühlung für Mensch und Tier“, erklärt Ruffer.
Finanzierung durch Ersatzzahlungen
Die Stiftung NaturSchutzFonds bezieht ihre Gelder hauptsächlich aus Ersatzzahlungen. Wenn Böden versiegelt oder Windenergieanlagen und Antennenmasten gebaut werden, müssen die Verursacher für diese Eingriffe solche Zahlungen leisten. Die Stiftung verwaltet diese Gelder für das Land Brandenburg und hat den Auftrag, sie wieder in den Landkreisen und Naturräumen einzusetzen, in denen die Eingriffe verursacht wurden.
Mit der Sanierung des Dorfsees in Milow wird ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zur Artenvielfalt in der Uckermark geleistet. Die Gemeinde kann nun ihre ehrgeizigen Pläne für die Renaturierung des Gewässers umsetzen.



