Feldhasen in Niedersachsen: Bestand stabil, doch Virus bedroht Population
Feldhasen-Bestand stabil, aber Virus bedroht Niedersachsen

Feldhasen in Niedersachsen: Stabile Population, aber neue Virusbedrohung

Die Feldhasenpopulation in Niedersachsen zeigt sich aktuell stabil, doch eine neuartige Viruserkrankung bereitet Wildtierforschern und Jägern zunehmend Sorgen. Die aktuellen Daten der Wildtiererfassung Niedersachsen belegen, dass im Frühjahr des vergangenen Jahres durchschnittlich 14 Feldhasen pro Quadratkilometer im Bundesland lebten – ein Wert, der dem Vorjahresniveau entspricht und im Vergleich zu vor einem Jahrzehnt sogar einen Anstieg um etwa 25 Prozent darstellt.

Der Feldhase als Indikator für gesunde Landschaften

Der Feldhase gilt in der ökologischen Forschung als sogenannte Indikatorart, da er besonders sensibel auf Veränderungen seines Lebensraums reagiert. Die Landesjägerschaft Niedersachsen betont, dass strukturreiche Agrarlandschaften mit Hecken, Blühstreifen und Brachflächen für das Überleben der Tiere entscheidend sind. In diesen Bereichen finden die Feldhasen nicht nur ausreichend Nahrung, sondern auch notwendigen Schutz vor natürlichen Fressfeinden.

Von solchen Landschaftsstrukturen profitieren zahlreiche weitere Arten, darunter verschiedene Insektenpopulationen und Feldvögel, was die Bedeutung der Feldhasen als Teil eines größeren ökologischen Netzwerks unterstreicht. Neben geeigneten Lebensbedingungen spielt laut Experten auch die Regulation von Beutegreifern durch kontrollierte Bejagung eine wichtige Rolle für den effektiven Artenschutz.

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Myxomatose: Neue Viruserkrankung bedroht Feldhasen

Als neue Herausforderung für den Feldhasenbestand in Niedersachsen hat sich die Myxomatose erwiesen, eine Viruserkrankung, die bisher vor allem bei Kaninchen bekannt war. Erstmals im Herbst 2024 wurde diese Infektion bei Feldhasen in Niedersachsen nachgewiesen, was Wissenschaftler und die Jägerschaft alarmierte.

Die Auswirkungen der Erkrankung auf die Feldhasenpopulationen zeigen sich regional unterschiedlich stark, wobei die genauen Folgen für die Bestände noch erforscht werden. Seit dem ersten Nachweis untersuchen Forscher des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung gemeinsam mit der Landesjägerschaft systematisch die Ausbreitungsdynamik und die ökologischen Konsequenzen dieser Infektion.

Langzeitmonitoring seit über drei Jahrzehnten

Die Wildtiererfassung Niedersachsen wird bereits seit dem Jahr 1991 als Kooperationsprojekt zwischen der Landesjägerschaft und dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung durchgeführt. Bei diesem Monitoring erfassen Jäger regelmäßig und systematisch die Bestände verschiedener Wildtierarten, wodurch wertvolle Langzeitdaten entstehen.

Diese Datenreihen gelten als fundamentale Grundlage für die Bewertung von Entwicklungen in der Agrarlandschaft und ermöglichen es, Veränderungen in Populationen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Schutzmaßnahmen einzuleiten. Das kontinuierliche Monitoring gewinnt angesichts der neuen Virusbedrohung zusätzliche Bedeutung für den zukünftigen Artenschutz der Feldhasen in Niedersachsen.

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