Vom Fußballstar zum Netflix-Darsteller: Rúrik Gíslasons Karrierewechsel
Der isländische Ex-Fußballnationalspieler und "Let's Dance"-Gewinner Rúrik Gíslason (38) feiert sein Schauspieldebüt in einer Hauptrolle. In der Netflix-Produktion "Eat Pray Bark – Therapie auf vier Pfoten" verkörpert er den Hundetrainer Nodon, der überforderte Großstädter in den Tiroler Bergen zur Selbstfindung mit tierischer Hilfe führt.
Ein vielseitiger Talentwechsel
Mit seiner sportlichen Vergangenheit und dem Sieg bei "Let's Dance" 2021 könnte man Gíslason zunächst als zu glatt für die Schauspielerei einschätzen. Doch genau dieses Vorurteil widerlegt der Isländer in der leichtfüßigen Filmkomödie, die ab dem 1. April auf Netflix verfügbar ist. Die Handlung dreht sich um fünf Hundebesitzer, die lernen müssen, dass nicht ihre Vierbeiner, sondern sie selbst Hilfe benötigen.
Co-Star Alexandra Maria Lara (47), bekannt aus "Der Untergang", zeigt sich beeindruckt von Gíslasons Professionalität. Auf die Frage, ob der Neuling am Set besonderen Schutz benötigt habe, antwortet sie trocken: "Hätte er bekommen, aber er hat es gar nicht gebraucht."
Disziplin und sprachliche Herausforderung
Besonders bemerkenswert ist, dass Gíslason seine Rolle komplett auf Deutsch spielt. Lara, die selbst Erfahrung mit Drehs in Fremdsprachen hat, bezeichnet diesen zusätzlichen Stress und seinen Umgang damit als "bewundernswert". Sie betont: "Wer schon mal in einer fremden Sprache einen halbwegs witzigen Satz unfallfrei herausbekommen hat, ahnt, was es bedeutet, damit gleich einen ganzen Film zu tragen."
Der ehemalige Profifußballer erklärt seinen Antrieb: "Diese Challenge ist mein Antrieb und ich verschwende keine Zeit, um neue Dinge zu starten." Diese Einstellung zeigt sich in seiner bisherigen Karriere: Nach dem Ende seiner Fußballlaufbahn 2020, das er mit dem Tod seiner Mutter in Verbindung bringt, lernte er im Rekordtempo Gitarre spielen und erreichte im Golf innerhalb von zwei Jahren Handicap 8.
Harmonisches Filmset und positive Resonanz
Am Drehort in Seefeld, Österreich, herrschte laut den Darstellern "Klassenfahrt-Stimmung". Gemeinsame Abende, kleine Abschiedsgeschenke und ein harmonisches Ensemble mit weiteren bekannten Schauspielern wie Devid Striesow (52) prägten die Atmosphäre. Gíslason schwärmt von seiner Kollegin: "Sie ist eine Kollegin, die nicht mit Ego, sondern mit Größe führt, eine echte Teamplayerin."
Die Frage, ob der ehemalige Nationalspieler zu schön für ernsthafte Schauspielerei sei, beantwortet sich durch seine Leistung selbst. Gíslason beweist, dass äußere Erscheinung und schauspielerisches Talent sich nicht ausschließen müssen. Sein Übergang vom Sport- zum Filmstar scheint gelungen, was nicht zuletzt an seiner Disziplin, Vorbereitung und sprachlichen Flexibilität liegt.



