Fischereiverband schlägt Alarm: Hunderte tote Aale am Rhein entdeckt – Wasserkraftwerke im Verdacht
Hunderte tote Aale am Rhein: Wasserkraftwerke im Verdacht

Fischereiverband alarmiert: Massensterben von Aalen am Rhein

Ein trauriger Fund am Rheinufer bei Düsseldorf-Himmelgeist sorgt für Bestürzung: In den letzten Tagen wurden hunderte tote Aale entdeckt, die verletzt und zerstückelt angeschwemmt wurden. Der Rheinische Fischereiverband (RhFV) ist bereits seit etwa einer Woche vor Ort, um die Kadaver für weitere Untersuchungen einzusammeln.

„Es blutet einem das Herz“: Emotionale Reaktion des Verbands

RhFV-Geschäftsführer Fabian Gräfe zeigt sich tief erschüttert: „Seit Jahren engagieren wir uns mit großem Einsatz für den Erhalt dieser faszinierenden Fischart und haben unzählige junge Glasaale in den Gewässern von NRW ausgewildert. Umso erschütternder ist es, diese sinnlos getöteten Elterntiere zu sehen.“ Die bisherige Bilanz ist besorgniserregend: Angler meldeten bereits weit über 100 tote Fische, deutlich mehr als in vergangenen Jahren.

Wasserkraftanlagen als wahrscheinliche Todesursache

Laut dem Fischereiverband weisen die Tiere mechanisch verursachte Verletzungen auf, die höchstwahrscheinlich durch den Kontakt mit Turbinen von Wasserkraftanlagen entstanden sind. Gräfe erklärt: „Es kann sein, dass Strömungsverhältnisse im Rhein dafür gesorgt haben, dass dieses Mal mehr Aale sichtbar wurden, die sonst einfach abgetrieben sind. Ein Defekt an einer bestehenden Anlage ist allerdings auch nicht ausgeschlossen.“

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Die gefährliche Wanderung der Blankaale

Bei den toten Tieren handelt es sich um geschlechtsreife Blankaale, die eine beeindruckende Wanderung von bis zu 6000 Kilometern zu ihrem Laichplatz in der Sargassosee nördlich der Karibik unternehmen. Nach dem Laichen sterben die Elterntiere, während der Nachwuchs den Rückweg nach Europa antritt. Doch dieser natürliche Kreislauf wird zunehmend durch Wasserkraftwerke ohne effektive Fischpassagen unterbrochen.

Schätzungen zufolge sterben jährlich rund 270 Tonnen Blankaale in deutschen Flüssen – das entspricht etwa einer halben Million Tiere. Diese Verluste sind besonders dramatisch, da der Aalbestand seit den 1980er Jahren massiv eingebrochen ist und die Art als extrem bedroht gilt.

Internationales Problem: Auch Schweiz meldet tote Aale

Das Phänomen beschränkt sich nicht auf Nordrhein-Westfalen. Auch Schweizer Fischereiverbände haben in diesem Jahr Alarm geschlagen und unzählige tote Aale im Rhein gefunden, insbesondere in der Nähe von Wasserkraftwerken. Unterwasseraufnahmen aus der Schweiz zeigen das erschreckende Ausmaß des Problems.

Politischer Handlungsbedarf gefordert

Der Rheinische Fischereiverband sieht nun die Politik in der Pflicht, um das Aussterben des Aals zu verhindern. Eine Anfrage an Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) zur Beseitigung der Missstände wird derzeit vorbereitet. Die dringende Forderung: Wirksame Schutzmaßnahmen an Wasserkraftanlagen und verbesserte Fischwanderhilfen, um den bedrohten Aalen eine sichere Passage zu ermöglichen.

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