Brasilianische Indigene besetzen Cargill-Hafen im Amazonas nach Gerichtsbeschluss
Indigene besetzen Cargill-Hafen im Amazonas nach Gerichtsbeschluss

Brasilianische Ureinwohner besetzen Hafen von US-Agrarkonzern Cargill im Amazonasgebiet

In einer eskalierenden Protestaktion haben brasilianische Indigene den Flusshafen des US-amerikanischen Agrarunternehmens Cargill im Norden Brasiliens besetzt. Die Aktion erfolgte unmittelbar nach einem Gerichtsbeschluss, der die Aufhebung einer wochenlangen Blockade angeordnet hatte. Der Betrieb des Hafens bei Santarém im Bundesstaat Pará wurde dadurch vollständig unterbrochen, wie das Unternehmen mitteilte.

Protest gegen Ausbaggerung und Privatisierung der Amazonas-Flüsse

Die Ureinwohner, vertreten durch die Organisation Conselho Indígena Tapajós e Arapiuns (Cita), die 14 indigene Bevölkerungsgruppen repräsentiert, begründen ihre drastische Maßnahme mit der Verteidigung ihrer Existenzgrundlagen. In einer Mitteilung nach der Besetzung erklärten sie: „Wir sind hier, weil wir unser Recht auf Existenz verteidigen.“ Sie kritisieren scharf die sogenannte Privatisierung der Amazonas-Flüsse, die durch Ausbaggerungsprojekte vorangetrieben wird. Diese Flüsse sind für die indigenen Gemeinschaften lebenswichtig, während sie für Konzerne wie Cargill strategische Bedeutung für den Export von Getreide und Rohstoffen haben.

Eskalation nach gerichtlicher Anordnung zur Blockadeaufhebung

Die Besetzung des Hafens am frühen Samstagmorgen Ortszeit markiert eine deutliche Verschärfung der Proteste. Bereits seit einem Monat hatten Ureinwohner die Zufahrt zum Getreide-Terminal blockiert. Ein Bundesgericht ordnete jedoch am Mittwoch den brasilianischen Behörden an, diese Blockade innerhalb von 48 Stunden zu entfernen. Cargill bezeichnete die darauf folgende Hafenbesetzung als gewalttätige Aktion. Zudem berichtete das Unternehmen von erheblichen Schäden an der Fassade seines Hauptsitzes in São Paulo, die ebenfalls von Demonstranten verursacht worden sein sollen.

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Hauptforderungen der indigenen Organisationen

Zu den zentralen Forderungen der protestierenden Indigenen gehört die Aufhebung eines Dekrets der brasilianischen Regierung aus dem August, das private Konzessionen und Infrastrukturprojekte in drei wichtigen Amazonas-Wasserstraßen ermöglichen würde. Dieses Dekret wird von den Ureinwohnern als direkte Bedrohung ihrer traditionellen Lebensweise und ihres Zugangs zu natürlichen Ressourcen angesehen. Die aktuelle Hafenbesetzung unterstreicht ihre Entschlossenheit, gegen diese politischen Maßnahmen vorzugehen und auf die ökologischen sowie sozialen Folgen der industriellen Nutzung des Amazonasgebiets aufmerksam zu machen.

Die Situation bleibt angespannt, da die Mitarbeiter des Hafens evakuiert wurden und der Betrieb komplett zum Erliegen gekommen ist. Die indigene Bewegung zeigt mit dieser Aktion, dass sie bereit ist, ihren Widerstand gegen die wirtschaftliche Erschließung des Amazonas auch mit drastischen Mitteln fortzusetzen.

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