Vogelwelt in Berlin und Brandenburg erholt sich nach frostigem Winter
Vogelwelt erholt sich nach frostigem Winter in Berlin-Brandenburg

Die Rückkehr der gefiederten Bewohner nach dem Frostwinter

Mit dem Einzug des Frühlings kehren zahlreiche Vogelarten in die Regionen Berlin und Brandenburg zurück oder beginnen sich von den Strapazen des teilweise extrem kalten Winters zu erholen. Der Berliner Wildtierexperte Derk Ehlert zeigt sich erleichtert: „Die harte Zeit ist vorbei, die Berliner Wintervogelwelt hat das überstanden.“ In Brandenburg sind bereits die ersten Störche gesichtet worden, während in Berlin Graugänse und Kraniche größtenteils wieder eingetroffen sind.

Besondere Herausforderungen durch zugefrorene Gewässer

Ehlert betont, dass die Besonderheit dieses Winters nicht allein in der Kälte lag, sondern vor allem in den damit verbundenen zugefrorenen Gewässern. Wasservögel litten besonders stark unter diesen Bedingungen. So verhungerten beispielsweise Kormorane, weil sie durch die dicke Eisschicht nicht an ihre Nahrung gelangen konnten, anstatt zu erfrieren.

Auch der Eisvogel wurde hart getroffen. „Bei dieser Art verzeichnen wir einen Rückgang von 80 Prozent oder mehr“, so Ehlert. Allerdings besteht Hoffnung: Durch sogenannte Schachtelbruten könnten die Verluste in den kommenden Jahren ausgeglichen werden. Ehlert schätzt, dass innerhalb von drei bis vier Jahren wieder ein Normalbestand erreicht werden könnte.

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Anpassungsfähigkeit heimischer Arten

Eine Sprecherin des Brandenburger Naturschutzbundes erklärt: „Unsere heimischen Arten sind an die hier herrschenden klimatischen Verhältnisse angepasst und haben Strategien entwickelt, um mit Kälte, Schnee und Eis einigermaßen klarzukommen.“ Verluste in der Tierwelt würden in der Regel in späteren Jahren wieder ausgeglichen. Wichtig sei dabei, dass sich andere Faktoren wie das Insektenangebot als Nahrungsquelle nicht weiter verschlechtern.

Vogelgrippe bleibt weiterhin präsent

Ein Thema, das die Vogelwelt weiterhin beschäftigt, ist die Vogelgrippe. Ehlert warnt: „Die Vogelgrippe ist nach wie vor da und wird uns leider weiter im Bann halten.“ Allerdings werde sie im Frühjahr zunächst abebben, da die Vögel in dieser Zeit eher einzeln in ihren Revieren leben und Kontakte vermeiden. Dadurch sinkt die Ansteckungsgefahr deutlich.

Im Herbst, wenn sich die Vögel auf den Weg in den Süden machen und dicht gedrängt leben, könnte die Vogelgrippe jedoch wieder stärker grassieren. Spätestens ab September und Oktober sei mit einer erneuten Zunahme der Fälle zu rechnen.

Aktuelle Zahlen zur Vogelgrippe

In diesem Winter wurde bei 100 von 498 untersuchten toten Wildvögeln in Berlin die Vogelgrippe nachgewiesen. Diese Zahlen, die den Stand vom 5. März widerspiegeln, wurden kürzlich von der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz als Antwort auf eine parlamentarische Anfrage eines Berliner SPD-Abgeordneten veröffentlicht.

Bis Mitte April wird als Sommergast die Nachtigall erwartet, und bis Mitte Mai sollten dann alle Vogelarten wieder in Berlin eingetroffen sein. Die Natur erholt sich langsam, doch die Herausforderungen durch extreme Wetterbedingungen und Krankheiten bleiben bestehen.

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