Rekordfang im Bodensee: Berufsfischer zieht 109-Kilogramm-Wels an Land
Im österreichischen Teil des Bodensees ist einem Berufsfischer ein außergewöhnlicher Fang gelungen. Franz Blum (45) zog einen riesigen Wels aus dem Gewässer, der mit einer Länge von 2,60 Metern und einem Gewicht von 109 Kilogramm für Aufsehen sorgt. Damit gehört dieser Fisch zu den größten Exemplaren, die je im Bodensee dokumentiert wurden.
Ein Kampf mit dem Koloss: So gelang der spektakuläre Fang
Der gigantische Wels ging am frühen Nachmittag in der Nähe der Rheinmündung ins Netz. Fischer Franz Blum beschreibt die Mühen: „Mit viel Kampf, Krampf und Erfahrung hatte ich den Wels schließlich an Bord“. Das Einholen des Tieres ins Boot erforderte enorme Kraftanstrengung und jahrelange Erfahrung. Der Fischer schätzt das Alter des Fisches auf etwa 45 Jahre – für einen Wels, der bis zu 80 Jahre alt werden kann, ist dies noch nicht außergewöhnlich, doch die Größe ist bemerkenswert.
Welse im Bodensee werden immer größer und häufiger
Bernd Kaulitzki, Vorstand vom Bodenseefisch e. V., erklärt die Entwicklung: „Welse haben keinen natürlichen Feind, und der See wird immer wärmer. Dadurch werden die Welse im Bodensee immer häufiger und immer größer“. Die Zahlen bestätigen diesen Trend eindrucksvoll: Während österreichische Berufsfischer im Jahr 2014 noch 897 Welse fingen, waren es 2024 bereits 2974 – eine Verdreifachung innerhalb eines Jahrzehnts. Auch Angler melden Rekordzahlen mit 1338 gefangenen Welsen im Jahr 2024 gegenüber nur 226 zehn Jahre zuvor.
Der Wels: Europas größter Süßwasser-Raubfisch
Der Wels gilt als größter Fisch im Bodensee und als Europas größter Süßwasser-Raubfisch. Diese nachtaktiven Grundfische können bis zu drei Meter lang und weit über 100 Kilogramm schwer werden. Sie besitzen einen ausgeprägten Geruchs- und Tastsinn und ernähren sich laut Fischer Blum „von allem, was ihm vors Maul schwimmt“. Neben Fischen finden sich in ihren Mägen manchmal auch Enten oder Mäuse. „Der Wels saugt die Tiere ein, fast wie ein Staubsauger“, so der erfahrene Fischer.
Vom Fang zum Filet: Der weitere Weg des Riesen-Welses
Franz Blum hat den gefangenen Riesen-Wels bereits filetiert und an Kunden verkauft. Das Fleisch des Fisches gilt als besonders schmackhaft – mild, fest und weiß. Für den Fischer ist dies nicht der erste große Fang: Ein ähnlich großes Exemplar hat er bereits vor einigen Jahren gefangen, das heute präpariert in seinem Fischladen hängt. Sein Sohn Franz Jr. (15) freute sich ebenfalls über den spektakulären Fang des Vaters.
Diese Entwicklung ist nicht auf den Bodensee beschränkt: Auch in anderen Gewässern wie dem Gardasee wachsen Welse immer besser ab. Die Veränderungen in den heimischen Gewässern zeigen deutlich, wie sich Umweltbedingungen auf die Tierwelt auswirken können.



