Gruseliger Stallangriff: 22 trächtige Schafe getötet - Wolfsverdacht in Mecklenburg-Vorpommern
22 trächtige Schafe getötet: Wolfsangriff im Stall?

Gruseliger Stallangriff: 22 trächtige Schafe getötet - Wolfsverdacht in Mecklenburg-Vorpommern

Ein schreckliches Ereignis hat sich Anfang Februar in Usadel an der Bundesstraße 96 in Mecklenburg-Vorpommern zugetragen. In einer ehemaligen LPG-Halle wurden 22 trächtige Schafe grausam getötet - und dies nicht etwa auf offener Weide, sondern in einem geschlossenen Stall mit versperrten Toren.

Anwohnerin hörte gruselige Geräusche

Die Tragödie ereignete sich an einem Samstag gegen 14.30 Uhr. Eine Anwohnerin hörte beunruhigende Geräusche aus dem Stall. "Sie sagte, das klang, als wenn ein großer Hund drinnen ist, knurrt und brüllt", berichtet Schäfer Mathias Mackedanz aus Alt Käbelich. Die Frau traute sich nicht nachzuschauen, alarmierte aber den Schäfer.

Als Mackedanz am Unglücksort eintraf, bot sich ihm ein Bild des Grauens: 19 Schafe waren bereits tot, zwei Lämmer fehlten, und ein weiteres Tier starb wenig später an inneren Verletzungen. Insgesamt verlor der bei der Landschäferei Wodtke und Sohn angestellte Landwirt 21 Mutterschafe, allesamt trächtig, sowie ein weiteres Tier.

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DNA-Analyse bringt keine Klarheit

Die entscheidende Frage, ob ein Wolf oder ein Hund für das Gemetzel verantwortlich war, bleibt trotz umfangreicher Untersuchungen unbeantwortet. 16 Tage dauerte die Auswertung der DNA-Proben, doch das Ergebnis ist für den 37-jährigen Schäfer unbefriedigend.

"Ob es ein Wolf oder ein Hund gewesen war, kann nicht festgestellt werden", erklärt Mackedanz enttäuscht. Auch die Analyse von Biss- und Pfotenspuren brachte keine eindeutige Zuordnung. Im Schnee um den Stall fanden sich große Fußspuren mit langen Krallenabdrücken, doch bei den meisten Opfern fehlte der typische Wolfskehlbiss.

18.000 Euro Schaden und traumatisierte Tiere

Der materielle Schaden ist immens. Mackedanz schätzt den Verlust auf rund 18.000 Euro, wobei nicht nur die toten Mutterschafe, sondern auch ihre ungeborenen Lämmer und eine verlorene Generation miteingerechnet werden. "Zwei bis drei Jahre werde es dauern, bis der Ausfall kompensiert ist", so der Landwirt.

Doch weit schlimmer als der finanzielle Verlust ist das Trauma. Die überlebenden Tiere seien nervös und traumatisiert, da sie mitten im Gemetzel gewesen seien. Für Mackedanz ist dies bereits der dritte derartige Vorfall innerhalb weniger Jahre.

Wolfspräsenz nimmt zu

Die Gegend an der Lieps zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg ist bekanntes Wolfsrevier. "Und die kommen immer dichter", betont Mackedanz. Regelmäßig bekomme er Wölfe oder deren Spuren zu Gesicht. Erst vor drei Wochen sei ein totes Reh auf dem Radweg gefunden worden, das ebenfalls gerissen worden war.

Der Schäfer berichtet von einer Begegnung im Herbst, als er einen Wolf beobachtete, der sich seiner Herde näherte. "Ich habe versucht, mich mit dem Auto zwischen Wolf und Schafe zu schieben, habe immerzu gehupt. Aber der hat sich gar nicht stören lassen". Ausgestiegen sei er nicht, da ihm der Wolf nicht geheuer gewesen sei.

Schutzmaßnahmen reichen nicht aus

Die entscheidende Frage lautet: Wie können Schafe besser geschützt werden? Mackedanz gibt zu, keine Lösung zu wissen. Wenn Zäune und Ställe nicht ausreichen würden, sei die Situation aussichtslos. Auch Herdenschutzhunde böten keine Garantie, wie der jüngste Fall aus Bredenfelde im Januar zeige, wo Wölfe trotz präsenter Hunde sieben tragende Mutterschafe, vier Lämmer und eine Ziege gerissen hatten.

Der Schäfer fordert klare Konsequenzen: "Auffällige Wölfe, die sich Siedlungen nähern oder wiederholt sogenannte Nutztiere angreifen, müssen schnell und unbürokratisch entnommen werden dürfen". Andernfalls sehe er für die Weidetierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern langfristig keine Zukunft.

Für Mathias Mackedanz bleibt nach dem schrecklichen Ereignis vor allem die Ungewissheit. Wer auch immer die 22 trächtigen Schafe getötet hat - ob Wolf oder Hund - der Schaden ist angerichtet, und die Frage nach wirksamen Schutzmaßnahmen für Nutztiere bleibt dringlicher denn je.

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