Borkenkäfer in Thüringen ausgeschwärmt: Fichtenbestände in Gefahr
Borkenkäfer ausgeschwärmt: Fichten in Thüringen bedroht

Erfurt – In Thüringen sind die Borkenkäfer erstmals in diesem Jahr ausgeschwärmt. Die Landesforstanstalt warnt, dass vor allem Fichtenbestände an sonnigen Hängen akut gefährdet sind. Die frühsommerlichen Temperaturen von rund 20 Grad Celsius in der vergangenen Woche lösten den ersten Schwarmflug aus.

Trockenheit schwächt Fichten

Seit März war es mit Ausnahme dieser Woche recht trocken, was den Befall von Fichtenbeständen begünstigt. Die Käfer überwintern im Boden oder unter der Rinde und bohren sich dann in die Rinde, um ihren Nachwuchs heranzuziehen. Ein Sprecher der Landesforstanstalt befürchtet, dass die anhaltende Trockenheit die flach wurzelnden Fichten in ihrer natürlichen Abwehrkraft geschwächt hat.

Erkennungsmerkmale und Maßnahmen

Waldbesitzer sollten ihre Bestände auf Befall kontrollieren. Erkennbar ist dieser an Bohrmehl, das die Käfer produzieren. „Insbesondere Fichtenbestände mit letztjährigem Befall oder an sonnenexponierten Süd- und Südwesthängen sind gefährdet“, so der Sprecher. Bei einem Befall müsse umgehend gehandelt werden: Die Bäume müssten gefällt und aus dem Wald geschafft werden. Die Bekämpfung der ersten Borkenkäferwelle sei entscheidend, um die Population nachfolgender Generationen zu reduzieren. Bei warmem Wetter können Borkenkäfer bis zu drei Generationen und damit etwa 160.000 Nachkommen produzieren.

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Rückgang der Schäden in den letzten Jahren

Die klimawandelbedingte Borkenkäferplage in Thüringen begann 2018 und erreichte laut Landesforstanstalt 2023 ihren Höhepunkt. In den vergangenen beiden Jahren ist die Menge an Schadholz deutlich gesunken – auch dank Forstschutzmaßnahmen. Ende Januar wurden landesweit noch rund 3.550 Festmeter befallenes Holz registriert, das nicht eingeschlagen wurde, weit weniger als im Januar 2025. Im vergangenen Jahr fielen insgesamt etwa 473.000 Festmeter Borkenkäfer-Schadholz an, während es 2024 noch knapp 3,5 Millionen Festmeter waren. Besonders betroffen waren die fichtenreichen Hochlagen des Thüringer Waldes und das Ostthüringer Schiefergebirge.

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