Gestrandeter Buckelwal vor Poel: Rettungsaktion droht zu scheitern
Die Rettungsaktion für einen gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel in der Wismarer Bucht gestaltet sich zunehmend schwierig. Steigender Wasserstand und auffrischender Wind erschweren die Bemühungen, das Tier zurück ins offene Meer zu bringen. Walter Gunz, Mitgründer von Mediamarkt und einer der Geldgeber der privaten Rettungsinitiative, äußerte sich am Sonntag pessimistisch und kritisierte Verzögerungen durch Bürokratie.
Wasserstand und Wind als Hindernisse
Laut Gunz ist der Wasserstand in der Bucht um 70 Zentimeter gestiegen, was das Anbringen von Pontons und das geplante Begleiten des Wals unmöglich macht. "Gestern hätten wir die richtige Wasserhöhe noch gehabt", sagte er. "Heute sind wir quasi bei Stunde null." Der Wal registriere, dass er frei sei, was die Frage aufwerfe, ob er sich noch leiten lasse. Erwarteter auffrischender Wind könnte die Situation weiter verschärfen.
Kritik an Behörden und bürokratischen Hürden
Gunz beklagte, dass Verzögerungen durch Bürokratie die Aktion um eineinhalb bis zwei Tage zurückgeworfen hätten. "Jetzt brauchen wir ein Wunder", resümierte er. Umweltminister Till Backhaus (SPD) wies diese Vorwürfe zurück und betonte, dass Behörden schnell und flexibel reagiert hätten. Das Umweltministerium beobachtet die Aktion eng und stimmt sich mit Behördenvertretern ab.
Details zur Rettungsaktion und Zustand des Wals
Der ursprüngliche Plan sah vor, eine Plane unter den Wal zu ziehen und an Pontons zu befestigen, die von einem Schlepper gezogen werden sollten, um das Tier in die Nordsee und möglicherweise den Atlantik zu transportieren. Vorbereitungen laufen seit Donnerstag, eine Rinne wurde bereits geschaffen. Der Wal, der seit 21 Tagen vor Poel liegt, ist 12,35 Meter lang und zeigt laut Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert positive Anzeichen wie tiefere Atmung. Falls eine Befreiung gelingt, wird ein GPS-Sender geprüft, um den Wal zu verfolgen.
Hintergrund und frühere Vorfälle
Der Buckelwal war seit Anfang März an der Ostseeküste unterwegs, hatte sich mehrfach in Netzen verfangen und war bereits dreimal gestrandet. Experten waren sich zunächst einig, dass der Wal Ruhe brauche, um weitere Schäden zu vermeiden. Die private Initiative setzt sich dennoch für eine Rettung ein, um das Tier aus seinem "Gefängnis" zu befreien.



