Greenpeace: Gestrandeter Buckelwal Timmy hat kaum Überlebenschancen in der Nordsee
Buckelwal Timmy: Kaum Überlebenschancen in Nordsee

Kaum Hoffnung für gestrandeten Buckelwal: Greenpeace warnt vor tödlichem Ausgang in der Nordsee

Die dramatische Rettungsaktion für den gestrandeten Buckelwal Timmy in der Ostsee wird von Greenpeace mit großer Skepsis betrachtet. Der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack äußert ernste Zweifel an den Überlebenschancen des Meeressäugers, selbst wenn die aktuelle Bergungsaktion erfolgreich verläuft.

Erschöpfung und Gesundheitsprobleme schwächen den Wal

Nach 26 Tagen seit der ersten Strandung in der Timmendorfer Bucht und 19 Tagen auf der Sandbank vor Poel ist der Wal laut Maack extrem geschwächt. „Die Chancen, dass er in der Nordsee landet und dort frei schwimmt, sind gering“, erklärt der Experte. Der Ernährungszustand des Tieres sei besorgniserregend schlecht, da Timmy seit Wochen keine Nahrung aufnehmen könne.

Zusätzlich zu den Hungerproblemen leidet der Buckelwal unter mehreren gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Wissenschaftler vermuten, dass sich Reste eines Fischernetzes in seinem Maul befinden, die möglicherweise in die Haut eingewachsen sind oder verschluckt wurden. „Wir wissen nicht, was mit dem Netz ist, möglicherweise ist es in die Haut eingewachsen, oder er hat Teile verschluckt“, so Maack.

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Atemprobleme durch Wasser in der Lunge

Ein weiteres gravierendes Problem ist die Ansammlung von Wasser in der Lunge des Wals. Dies beeinträchtigt die Atmung erheblich und schränkt den Sauerstoffaustausch über die Lungenoberfläche stark ein. „Dieser Wal ist so schwach, dass er sich entschieden hat, dort liegenzubleiben“, beschreibt der Greenpeace-Meeresbiologe die verzweifelte Situation des Tieres.

Die bereits durch Hautkrankheiten geschwächte Konstitution wird durch diese Atemprobleme zusätzlich belastet. Die Kombination dieser Faktoren macht eine erfolgreiche Rettung und anschließende Genesung des Wals äußerst unwahrscheinlich.

Riskanter Transport in die Nordsee

Maack bewertet den geplanten Transport des Wals in die Nordsee als besonders riskant. „Ich weiß nicht, ob dieser Schleppverband den weiten Weg in die Nordsee übersteht – das ist nicht ohne“, äußert er seine Bedenken. Die Greenpeace-Organisation beteiligt sich bewusst nicht an der aktuellen Rettungsaktion, obwohl sie bei der ersten Strandung in der Timmendorfer Bucht noch aktiv mitgewirkt hatte.

Politische Entscheidung trotz Expertenwarnungen

Obwohl Fachleute vor einer erneuten Rettung des geschwächten und kranken Wals warnten, führte der öffentliche Druck zu einer politischen Entscheidung. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) erteilte überraschend grünes Licht für den Rettungsversuch einer privaten Initiative. Die Verantwortung für die neue Aktion in der Ostsee liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, sowohl operativ als auch finanziell.

Fans des gestrandeten Meeressäugers hatten weitere Maßnahmen gefordert, was letztlich zu dieser kontroversen Entscheidung führte. Die Experten bleiben jedoch bei ihrer Einschätzung, dass der Wal zu geschwächt und krank ist, um langfristig zu überleben.

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