Ein Erpel mit einer ungewöhnlichen Geschichte ist der neueste Bewohner des Wietstocker Lebenshofes von Daniel und Peter Rotter. Das Tier hatte mehrere Monate lang in einer Großstadt-Wohnung gelebt. Doch der Reihe nach.
Von der Hamburger Badewanne auf den Lebenshof
Bereits im vergangenen Herbst hatten die Rotters einen Anruf aus Hamburg erhalten. Ein tierliebes Ehepaar hatte berichtet, einen verletzten, vermutlich angefahrenen und flugunfähigen Erpel bei sich aufgenommen zu haben, und die Vorpommern gebeten, sich des Tieres anzunehmen.
Voliere in der Hamburger Wohnung
„Da er bereits an die wärmeren Temperaturen ihrer Wohnung gewöhnt war und bei uns aber im Freien leben sollte, haben wir uns darauf geeinigt, dass wir ihn erst nach dem Winter aufnehmen“, erinnert sich Daniel Rotter.
Für das Ehepaar begann eine aufregende Zeit mit einer Ente in der Wohnung. Die beiden bauten eine Voliere, und der Erpel durfte sogar in ihrer Badewanne baden.
Nun war die Zeit für den Umzug aufs Dorf reif. Das gehandicapte Tier sollte sich endlich wieder frei und sicher bewegen können, mit Gleichgesinnten über die Wiese laufen und sich wohlfühlen.
Die Hamburger brachten die Ente persönlich nach Wietstock und verabschiedeten sich von ihrem Schützling, der hier sofort Anschluss fand.
Berliner Stadttauben finden neues Zuhause
Noch für sich allein ist dagegen ein Taubenpärchen, das die Lebenshof-Betreiber gerade aus einem Berliner Studenten-Apartment geholt haben. Die Tauben konnten jedoch nicht wie geplant in die große Voliere einziehen.
Eine Täubin kann nicht fliegen
Das Weibchen kann aufgrund einer früheren Verletzung nicht fliegen. Weil Tauben sich ein Leben lang treu sind, bleibt auch ihr Partner immer in der Nähe. Da das Paar sich in der großen Voliere möglicherweise nicht hätte behaupten können, haben die Rotters es vorerst in einem Papageienkäfig mit vielen Klettermöglichkeiten untergebracht. So kann auch die Täubin ungestört nach oben klettern und schauen, was hier so passiert.
Für die Rotters bedeutet die Aufnahme des Tauben-Paares jedoch eine Änderung ihrer Baupläne. Vorrang hat nun nämlich der Bau einer Voliere für gehandicapte Tauben, in der viel geklettert werden kann. Hier soll dann das Duo aus Berlin einziehen.
Pfau mit verkümmerten Federn erholt sich
Eine Odyssee hat auch der hübsche Pfau hinter sich, der bereits im vergangenen Jahr auf den Lebenshof kam.
Weil in seinem früheren Zuhause das Dach der Voliere eingestürzt war und der arme Kerl unter diesen Umständen eine lange Zeit so leben musste, waren seine Federn verkümmert. „Wenn er ein Rad schlagen wollte, sind die oberen Federn abgeknickt“, schildert Daniel Rotter. Erst nach seiner Rettung und der Ankunft in Wietstock konnte sich der Vogel frei bewegen. Die Federn sind nun nachgewachsen, und der Pfau konnte kürzlich ungehindert sein erstes Rad schlagen.
Wer den Lebenshof für Tiere e.V. in Wietstock unterstützen möchte, kann unter der Telefonnummer 01607553734 Kontakt aufnehmen.



