Erster Storch kehrt nach Vorpommern zurück: Pünktliche Ankunft in Papendorf
Der Frühling kündigt sich in Mecklenburg-Vorpommern mit einem vertrauten Boten an: In der Uecker-Randow-Region ist der erste Storch aus seinem Winterquartier zurückgekehrt. Der Adebar landete am Montag, dem 23. Februar 2026, exakt um 14.40 Uhr auf seinem Nest in Papendorf. Damit setzt er eine bemerkenswerte Pünktlichkeit fort, denn bereits im Vorjahr kehrte er am gleichen Datum zurück, lediglich 80 Minuten später.
Ein Veteran mit ausgezeichnetem Timing
Bei dem Rückkehrer handelt es sich um ein Männchen mit der Ringnummer DEW 3T950, das seit 2018 als Brutvogel in Papendorf heimisch ist. Jens Krüger, Vorsitzender des Vereins Storchenpflegehof, beobachtete die Ankunft mit Spannung. „Ich war schon etwas unruhig und hatte gelauert, wo er bleibt. Weil ich das Datum 20. Februar im Kopf hatte. Das war aber der Rückkehrtermin im Jahr 2023“, erzählt er. Wie der Storch diese präzise Ankunftszeit Jahr für Jahr einhält, bleibt ein Rätsel der Natur.
Der Storch, der 2015 in Niedersachsen beringt wurde und seitdem eine bewegte Geschichte hat, zählt nicht nur zu den ersten Rückkehrern in der Region, sondern gehört auch zu den frühesten Ankömmlingen im gesamten Bundesland. Seine früheste Rückkehr datiert aus dem Jahr 2022, als er bereits am 19. Februar eintraf.
Herausforderungen bei der Futtersuche
Nach der langen Anreise machte sich der Adebar sofort auf die Suche nach Nahrung. „Er hat sich auch gleich auf die Suche nach Futter gemacht. Aber auf den Wiesen und auf dem Acker ist noch nicht viel zu finden“, berichtet Jens Krüger. Daher bedient sich der Brutstorch gelegentlich am Futter der Pflegestörche auf dem Hof. „Nach der Ankunft profitiert er davon und kann sich gleich stärken, auch wenn Schnee liegen würde“, erklärt der Vereinsvorsitzende.
Die aktuelle Wetterlage mit zahlreichen überfluteten Wiesen lässt befürchten, dass es in diesem Jahr weniger Mäuse geben könnte, was sich wiederum auf das Futterangebot für die Störche auswirken würde. Ob 2027 ein gutes oder schlechtes Storchenjahr wird, lässt sich jedoch noch nicht seriös vorhersagen.
Westzieher mit spanischen Stationen
Der Papendorfer Storch gehört zu den sogenannten Westziehern, die über Gibraltar nach Spanien oder sogar bis nach Westafrika fliegen. Interessanterweise wurde dieses Männchen bereits früher auf der Mülldeponie Pinta bei Madrid gesichtet und gemeldet. Die Berichte über tote Störche in Spanien aufgrund der Geflügelpest verfolgt Jens Krüger aufmerksam, doch von den in den vergangenen Jahren beringten Tieren seines Vereins gibt es bislang keine entsprechenden Meldungen.
In etwa drei bis vier Wochen wird das Weibchen erwartet, das zu den Ostziehern gehört. Diese Störche nehmen eine andere Route über den Balkan, die Türkei, Israel und das Niltal in ihre afrikanischen Winterquartiere, teilweise bis nach Südafrika.
Erfolgreiche Brutsaison 2026
Im vergangenen Jahr zählte der Verein Storchenpflegehof in der Uecker-Randow-Region 104 flügge gewordene junge Adebare, was einem durchschnittlichen Jahr entspricht. Das Papendorfer Paar war dabei besonders erfolgreich und zog 2026 fünf Junge auf – eine Leistung, die an keinem anderen Ort in der Region erreicht wurde.
Mit einer Kamera auf dem Storchenhof können Interessierte das Geschehen auf dem Nest live verfolgen und die weitere Entwicklung der Storchenfamilie beobachten. Die Rückkehr des ersten Storches markiert nicht nur den Beginn der Brutsaison, sondern ist auch ein wichtiges ökologisches Signal für den Frühling in Vorpommern.



