Neugierig strecken die Esel ihre Köpfe über den Zaun, schnauben leise und beobachten aufmerksam das Geschehen auf der Weide. Immer wieder bleibt jemand stehen, schaut den Tieren beim entspannten Herumtollen im Auslauf zu oder stellt Fragen zur Haltung und Pflege. Auf dem Hof von Sophia und Thomas Bardenhagen in Krudopp drehte sich in diesen Tagen alles um Tiere, die oft unterschätzt werden, und um Menschen, die sich seit vielen Jahren für sie einsetzen.
Mehr als 500 Euro Spenden für Noteselhilfe
Der Tag der offenen Stalltür der Noteselhilfe lockte zahlreiche Interessierte auf den Hof. Sie kamen vorbei, informierten sich über die Arbeit des Vereins und nutzten die Gelegenheit zum Austausch. „Wir hatten 80 Besucher hier und insgesamt sind mehr als 500 Euro Spenden für die Noteselhilfe zusammengekommen, das war wirklich ein sehr schönes Ergebnis vom Tag der offenen Tür“, betont Sophia Bardenhagen.
Seit 20 Jahren im Einsatz: Pflegestelle für 27 Esel
Seit rund 20 Jahren engagieren sich Sophia und Thomas Bardenhagen für Esel in Not und gehören fest zum Netzwerk der Noteselhilfe. Auf ihrem Hof kümmerten sie sich in dieser Zeit bereits um 27 Tiere. Manche nur vorübergehend, andere dauerhaft. Denn nicht jeder Esel kann noch vermittelt werden. Viele Tiere kommen krank, vernachlässigt oder mit schlechten Erfahrungen in die Pflegestellen.
Die Noteselhilfe setzt sich seit mittlerweile 20 Jahren deutschlandweit für Esel und Mulis ein, die aus unterschiedlichen Gründen in Not geraten sind. Der Verein vermittelt Tiere, berät Halter und informiert über die artgerechte Haltung. Gerade Unwissenheit sei häufig ein Problem, berichten die Bardenhagens immer wieder.
Fakten statt Show: ehrliche Einblicke in Eselhaltung
Deshalb stand beim Tag der offenen Tür primär die Aufklärung im Mittelpunkt. Statt Unterhaltung oder Vorführungen ging es um Fachwissen, Erfahrungsaustausch und ehrliche Einblicke in die Arbeit mit den Tieren. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen oder sich grundsätzlich über Eselhaltung zu informieren.
Auch nach dem Aktionstag wollen Sophia und Thomas Bardenhagen Ansprechpartner bleiben. Sowohl für Menschen, die sich erstmals mit dem Gedanken an Eselhaltung beschäftigen, als auch für Halter, die Unterstützung oder Rat benötigen. Denn oft könne frühzeitige Beratung verhindern, dass Tiere überhaupt erst zu Noteseln werden.



