Media-Markt-Gründer im Einsatz für gestrandeten Buckelwal
Der gestrandete Buckelwal „Timmy“ in der Ostsee bewegt seit Wochen die gesamte Nation. Während viele das Tier bereits aufgegeben hatten, kämpft ein prominenter Unternehmer weiter um sein Überleben: Walter Gunz, der Gründer des Media-Markt-Imperiums. In einem exklusiven Gespräch im Clasen Talk berichtet er über die dramatische Rettungsaktion und erklärt, warum er sich an eine 50-prozentige Überlebenschance klammert.
Experte gibt Wal Timmy realistische Überlebenschance
Im Interview mit Michael Clasen betonte der 1946 geborene Unternehmer, dass es sich lohne, um das Leben des Tieres zu kämpfen, auch wenn der Ausgang ungewiss bleibe. Ein Experte vor Ort habe dem Wal nach einer gründlichen Untersuchung am Donnerstag eine reelle Überlebenschance eingeräumt. „Er sieht die Chance fifty-fifty und das ist etwas anderes, als wenn es zu 99 Prozent negativ aussieht“, sagte Gunz mit spürbarer Erleichterung.
Trotz vorheriger pessimistischer Einschätzungen von Umweltminister Till Backhaus (SPD) und der Tierschutzorganisation Greenpeace, die das Tier als sterbenskrank einstuften und für ein Sterben in Ruhe plädierten, treibt Gunz die Rettungsaktion mit einem rund 40-köpfigen Team und internationalen Spezialisten entschlossen voran. Das klare Ziel besteht darin, den Wal minimalinvasiv in tieferes Gewässer und letztlich sicher in die Nordsee zu leiten.
Ethische Motivation und persönlicher Tribut
Der erfolgreiche Unternehmer betonte seine tiefe ethische Motivation für den Einsatz: „Ich glaube, das Leben ist das Wichtigste, was wir haben, und ich habe mich einfach verantwortlich gefühlt, hier etwas zu tun.“ Gleichzeitig beschreibt Gunz die Aktion als „Horrorprogramm mit ungeheuer vielen Widerständen“. Der persönliche Tribut sei enorm: „Die letzten sieben Tage mit drei bis vier Stunden Schlaf im Schnitt, mit Hunderten von Mails und Whatsapp-Nachrichten und über 70 Telefonaten pro Tag.“
Die mediale Aufmerksamkeit habe ihn völlig überrollt, weshalb Gunz sein Engagement auch als „Fluch der guten Tat“ bezeichnet. Im direkten Vergleich zur Gründung seines Milliardenimperiums Media-Markt sei die aktuelle Walrettungsaktion wesentlich anstrengender und fordernder. Seine damalige unternehmerische Arbeit erscheine ihm rückblickend fast wie ein „Spaziergang“.
Timmy als Opfer menschlichen Handelns
„Ich bin überhaupt nicht zum Helden geboren. Ich will auch nicht der Held sein“, stellt Walter Gunz im Clasen Talk deutlich klar. Dennoch lasse ihn das Schicksal des Wals nicht los, da ihn ein tieferliegendes Problem bewege: „Timmy ist ein Opfer des Irrsinns, der Profitgier und der unüberlegten Handlungen des Menschen.“ Diese Überzeugung treibe ihn trotz aller Widrigkeiten weiter an.
Bewusstes Risiko und philosophischer Ausblick
Und wenn „Timmy“ doch sterben sollte? Gunz weiß genau, wie seine Kritiker bei einem möglichen Scheitern reagieren könnten. Er ahnt, dass manche ihn verspotten und als „typisch verrückten“ Gründer bezeichnen würden. Doch dieses Risiko nimmt er bewusst in Kauf. Im Interview verteidigt er seinen unbedingten Glauben an das Gute und verweist darauf, dass der Beobachter immer einen gewissen Einfluss auf den Ausgang einer Sache habe.
Abschließend zitierte er die einfühlsamen Worte seiner Partnerin Karin Walter-Mommert, die die Situation treffend zusammenfasst: „Entweder wir schaffen das und der Wal kommt in den Atlantik, oder wir schaffen es nicht und der Wal kommt in den Himmel.“ Diese philosophische Perspektive begleitet den Unternehmer durch die anstrengenden Tage der Rettungsmission.



