Ölkatastrophe im thailändischen Ferienparadies: Phukets Strände in Gefahr
Im Indischen Ozean bahnt sich eine ökologische Katastrophe an, die das berühmte Ferienparadies Phuket in Thailand bedroht. Nach dem Untergang des Containerfrachters „Sealloyd Arc“ am 7. Februar vor der Küste der beliebten Urlaubsinsel breitet sich eine massive Ölpest aus, die nun auch die Strände der vorgelagerten Touristeninsel Koh Hey erreicht hat.
Verzweifelter Kampf gegen die schwarze Flut
Helfer und Behördenmitarbeiter kämpfen mit Hochdruck gegen die schmierige, schwarze Ölschicht, die sich nach dem Schiffsunglück an den Küsten ablagert. An einigen Stränden haben sich bereits größere Ölbrocken und Placken gebildet, die das einst makellose Sandparadies in eine bedrohliche Szenerie verwandeln. Mitarbeiter des Department of Marine and Coastal Resources nehmen aktuell Proben der angespülten Ölbrocken, um das Ausmaß der Kontamination genau zu erfassen.
Politiker fordert Notfallmanagement für Koh Hey
Der Parlamentsabgeordnete von Phuket, Chalermpong Saengdee, hat in Reaktion auf die sich ausbreitende Ölpest ein umfassendes Notfallmanagement für die Insel Koh Hey gefordert. In einem Statement gegenüber der „Bangkok Post“ warnte er: „Die sich ausbreitende Ölpest stellt eine ernsthafte Bedrohung für das gesamte Ökosystem und den Tourismus in der Region dar.“ Koh Hey ist besonders bei Schnorchel-Tauchern beliebt und beherbergt wertvolle marine Lebensräume.
Gefährdete Gebiete und ökologische Schäden
Zu den besonders gefährdeten Küstenabschnitten zählen laut Chalermpong:
- Ao Rawai
- Koh Kaeo Noi
- Koh Kaeo Yai
- Nai Harn
- Rawai Beach
- Kata Beach
Einige dieser Orte beherbergen äußerst sensible Korallenriffe und ausgedehnte Seegraswiesen, die durch die Ölverschmutzung langfristig geschädigt werden könnten. Die ökologischen Folgen der Katastrophe sind noch nicht absehbar.
Bergungsarbeiten und Sicherheitsmaßnahmen
Die thailändischen Behörden haben angekündigt, vorrangig manuelle Bergungsmethoden einzusetzen, um die Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten. Die Entsorgung der ölverseuchten Abfälle wird streng kontrolliert, um Sekundärschäden zu vermeiden. Gleichzeitig wurde ein spezielles Unterwasserteam beauftragt, das Ölleck des gesunkenen Frachters abzudichten, der in einer Tiefe von etwa 60 Metern auf dem Meeresgrund liegt.
Hintergründe zum Schiffsunglück
Der unter panamaischer Flagge fahrende Frachter „Seallieg Arc“ war ursprünglich von Malaysia nach Bangladesch unterwegs, als er vor Phuket sank. Die genaue Ursache des Untergangs ist noch ungeklärt. Alle 16 Besatzungsmitglieder konnten von thailändischen Rettungskräften gerettet werden. Das 116 Meter lange Schiff mit einem Gewicht von 4339 Tonnen transportierte insgesamt 297 Container, von denen 14 gefährliche Stoffe enthielten. Die Behörden warnen die Bevölkerung davor, sich eventuell in der Gegend treibenden Containern zu nähern.
Die Ölpest vor Phuket entwickelt sich zu einer der schwersten maritimen Umweltkatastrophen der Region in den letzten Jahren und könnte langfristige Auswirkungen auf den Tourismus und die marine Biodiversität haben.



