Private Wal-Rettung verzögert sich durch behördliche Hürden
Seit Wochen kämpft der Buckelwal Timmy vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern ums Überleben. Eine private Rettungsinitiative unter der Leitung von Millionärin Karin Walter-Mommert und MediaMarkt-Gründer Walter Gunz will das Tier zurück in die Nordsee bringen, doch der Einsatz verzögert sich immer wieder. Die Initiatoren machen dafür vor allem behördliche Auflagen verantwortlich.
„Es ist sehr, sehr beschwerlich“
Karin Walter-Mommert äußert sich deutlich kritisch gegenüber den Behörden: „Es ist sehr, sehr beschwerlich.“ Der Initiative würden ständig neue Steine in den Weg gelegt. Immer neue Auflagen, immer neue Genehmigungen – selbst für beteiligte Ärzte müssten extra Genehmigungen eingeholt werden. Für die Helfer ist es ein Wettlauf gegen die Zeit, während die Technik mit Luftkissen und Schwimmpontons bereits bereitliegt.
Behördliche Zurückhaltung und fehlende Genehmigung
Das Land Mecklenburg-Vorpommern bleibt in der Sache zurückhaltend. Umweltminister Till Backhaus stellte klar, dass es keine offizielle Genehmigung für die Rettungsaktion gibt – es fehle die rechtliche Grundlage. Die Aktion wird jedoch geduldet. Die Verantwortung für die neue Aktion in der Ostsee liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. „Wir dürfen immer nur machen, was uns zugesagt wird“, so Walter-Mommert über die eingeschränkten Handlungsspielräume.
Experten sehen kritische Lage des Wals
Fachleute bewerten die Situation des Buckelwals als äußerst kritisch. Experten gehen davon aus, dass Timmy schwer krank oder sogar sterbend ist. Mehrfachstrandungen gelten als klares Warnsignal. Deshalb wurden offizielle Rettungsversuche vor mehr als zwei Wochen gestoppt – sie galten als „sinnlos und potenziell tierquälend“. Ein Gutachten bestätigte diese Einschätzung später. Auch Greenpeace hat sich zu der Rettungsaktion geäußert und geht nicht von einem Erfolg aus. Ein Experte befürchtet, Timmy würde in der Nordsee ertrinken.
Chronologie der Strandungen
Der Buckelwal strandete erstmals vor drei Wochen vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein auf einer Sandbank. Nachdem er sich dort selbst befreite, strandete er noch zweimal in der Wismarer Bucht. Seit 18 Tagen liegt er nun vor der Insel Poel. Am Freitag zeigte sich Timmy seit Langem wieder sehr agil – als sich Helfer dem Tier näherten, bäumte sich der Wal auf. Unklar bleibt, ob dies ein Lebenszeichen oder eine Art Todeskampf war.
Die Rettungsaktion sollte eigentlich am Samstagvormittag weitergehen, doch auch hier kam es zu weiteren Verzögerungen. Die Initiatoren müssen weiter gegen bürokratische Hürden ankämpfen, während der Zustand des Wals sich kontinuierlich verschlechtert.



