Operation Luftkissen: Letzte Chance für Buckelwal Timmy
In einer dramatischen Rettungsaktion versuchen zwei wohlhabende Unternehmer, das Leben des gestrandeten Buckelwals Timmy zu retten. Der Wal harrt seit Tagen vor der Küste der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern aus und befindet sich in einer kritischen Situation.
Millionäre übernehmen volle Verantwortung
Die Unternehmer Karin Walter-Mommert und Walter Gunz haben einen ambitionierten Rettungsplan entwickelt und finanzieren die gesamte Operation. Walter Gunz, bekannt als MediaMarkt-Gründer, und Karin Walter-Mommert aus der Pferdesport-Branche übernehmen dabei die alleinige Verantwortung für das Vorhaben. Dies hat Umweltminister Till Backhaus (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern ausdrücklich bestätigt.
„Die jetzige Truppe ist genial gut. Ich danke dem Schicksal“, sagte Gunz über das speziell zusammengestellte Rettungsteam. Die finale Entscheidung für die Rettungsaktion fiel bereits am Mittwoch um 12 Uhr, nachdem der Wal mehrere Tage in der flachen Ostsee vor Poel ausgeharrt hatte.
Technisch anspruchsvoller Rettungsplan
Der Rettungsplan sieht vor, den lebenden Wal mit speziellen Luftkissen anzuheben und auf eine Transportvorrichtung zu bringen. Dazu sollen am Donnerstagmorgen ab 8 Uhr Luftkissen unter dem Tier platziert werden, während gleichzeitig Schlick unter ihm weggespült wird.
Der Wal soll dann auf eine Plane zwischen zwei Pontons gehoben werden, die anschließend in die etwa 300 Meter entfernte Fahrrinne gezogen werden soll. Für diesen Transport wurden bereits spezielle Katamarane bestellt, die pünktlich zum Einsatz kommen sollen.
Langer Transport in die Nordsee geplant
Wenn alles nach Plan verläuft, könnte der Transport des Wals bereits am Freitag beginnen. Ein Schlepper soll die Pontons dann bis in die Nordsee und möglicherweise sogar bis in den Atlantik ziehen, wo der Wal schließlich freigelassen werden soll.
Umweltminister Backhaus betonte, dass der Transport bis in die Nordsee geplant sei, wobei als letzte Option auch der Atlantik in Betracht gezogen werde. Dies wäre einer der aufwendigsten Walrettungstransporte in der Geschichte Deutschlands.
Viele offene Fragen und Risiken
Trotz der detaillierten Planung bleiben viele Fragen offen. Der genaue Gesundheitszustand des Wals ist schwer einzuschätzen, ebenso wie seine Überlebenschancen bei einem solchen Transport. Während der gesamten Rettungsaktion wird Timmy von einer Tiermedizinerin überwacht, wie das Team der Millionäre mitteilte.
Unklar ist auch, wie lange der Transport genau dauern wird und wie viele Einsatzkräfte an der Rettung beteiligt sein werden. Die Kosten der Operation sind bisher nicht bekannt, doch Walter Gunz betonte: „Es geht nicht um Geld. Geld kann ihn nicht retten. Nur Menschen können ihn retten.“
Der Unternehmer schätzt, dass die Rettungsaktion „schon nicht hundert Millionen kosten“ werde, konnte aber keine genaue Summe nennen. Die Operation stellt nicht nur für den Wal, sondern auch für die Retter selbst ein erhebliches Risiko dar.
Die Rettungsaktion vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns wird von Umweltschützern und der lokalen Bevölkerung mit großer Spannung verfolgt. Sollte sie erfolgreich sein, könnte sie Maßstäbe für zukünftige Rettungseinsätze für gestrandete Meeressäuger setzen.



