Ostsee-Wal vor Poel im Sterben: Malchiner Firma bereitet Entsorgung vor
Ostsee-Wal vor Poel: Malchiner Firma bereitet Entsorgung vor

Ostsee-Wal vor Poel im Sterben: Malchiner Firma bereitet Entsorgung vor

Ein tragisches Tierdrama spielt sich derzeit in der Ostsee vor der Insel Poel ab. Ein gestrandeter Buckelwal kämpft dort um sein Überleben, doch die Hoffnung schwindet zusehends. Während der Meeressäuger seine letzten Stunden verbringt, bereitet sich bereits ein Unternehmen aus Malchin auf die Entsorgung seiner sterblichen Überreste vor.

Vorbereitungen laufen seit Wochen

Bereits vor Ostern hatte das Schweriner Umweltministerium erste Absprachen mit dem Malchiner Tierverwerter SecAnim getroffen. Zu diesem Zeitpunkt gab es für den gestrandeten Wal noch Hoffnung auf Rettung. Doch mittlerweile liegt das Tier vor der Insel Poel im Sterben, und die Realität der bevorstehenden Entsorgung rückt näher.

SecAnim ist das einzige Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern, das für eine fachgerechte Entsorgung eines solchen Meeressäugers in Frage kommt, wie aus Kreisen des Umweltministeriums verlautet. Der Betrieb vor den Toren Malchins hat Erfahrung mit großen Tieren – ein bis zwei Elefanten pro Jahr gehören laut Niederlassungsleiter Karsten Libnow zum Alltagsgeschäft.

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Wissenschaftliche Untersuchungen zuerst

Bevor der Wal nach Malchin transportiert wird, ist zunächst die Wissenschaft am Zug. Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund plant nach dem Ableben des Tieres umfangreiche Untersuchungen von Körper und Organen, um die genaue Todesursache festzustellen. Auch am Skelett des Kolosses gibt es mittlerweile mehrere Interessenten aus wissenschaftlichen Einrichtungen.

„Das Tier soll wohl zwischen 12 und 15 Tonnen schwer sein“, erklärt Karsten Libnow von SecAnim. Was davon nach den wissenschaftlichen Untersuchungen und der Zerlegung übrig bleibt, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. „Wir rechnen mit etwa zehn Tonnen. Aber das ist reine Spekulation“, so der Niederlassungsleiter weiter.

Verwertung nach strengen Richtlinien

Für den hochmodernen Verwertungsbetrieb in Malchin stellt ein Wal grundsätzlich keine besondere Herausforderung dar. Es ist nicht der erste seiner Art, dessen Überreste bei SecAnim unter höchsten Hygienestandards verarbeitet werden.

„Es gelten bei uns für einen Wal die gleichen Richtlinien wie für andere Tiere“, erläutert Libnow. Allerdings sei der spätere Kadaver besonders tranhaltig und müsse deshalb mit anderem Material gemischt werden, um eine optimale Verwertung zu gewährleisten.

Von Tierkadavern zu Biodiesel

SecAnim kümmert sich hauptsächlich um in der Landwirtschaft verendete Tiere, ist aber auch für den Abtransport großer Tiere bestens gerüstet. Die Tierkörper werden im Unternehmen zu Tiermehl verarbeitet, das als Zusatzbrennstoff in der Zementindustrie eingesetzt wird. Zudem entsteht aus tierischen Abfallfetten hochwertiger und umweltfreundlicher Biodiesel – jährlich mehrere Tausend Tonnen.

Die Bergung des Wals aus der Ostsee übernehmen allerdings nicht die Malchiner. „Für die Bergung sind andere zuständig“, erklärt Libnow. Dieser Prozess müsse sehr schnell erfolgen, da der Körper eines Wals nach dem Tod rasch aufbläht. SecAnim stellt sich darauf ein, die sterblichen Überreste dann direkt vom Stralsunder Museum abzuholen.

Die Entnahme von Proben des toten Tieres bleibt den Malchinern erspart – diese Aufgabe haben die Wissenschaftler bereits übernommen. So endet das traurige Schicksal des Ostsee-Wals in einer professionellen und umweltgerechten Verwertungskette.

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