Stürmische Rettungsaktion für gestrandeten Buckelwal vor Poel: Wird das Wunder gelingen?
Rettungsaktion für Buckelwal vor Poel: Wird das Wunder gelingen?

Spektakuläre Rettungsmission für gestrandeten Buckelwal vor Poel

Vor der Ostseeinsel Poel läuft eine beispiellose Rettungsaktion für einen seit Wochen gestrandeten Buckelwal. Eine private Initiative, finanziert von Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert, versucht das etwa zwölf Meter lange Tier zu bergen. Der Wal war Ende März erstmals gestrandet und hatte bundesweit für Anteilnahme gesorgt.

Komplexer Rettungsplan mit Luftkissen und Schleppern

Das ausgeklügelte Konzept sieht vor, zunächst den Schlick unter dem Wal wegzuspülen, um ihn dann mit Luftkissen anzuheben. Anschließend soll das Tier auf einer speziellen Plane zwischen zwei Schwimmkörpern von Schleppern in die Nordsee transportiert werden. „Wir geben unser Bestes“, sagte der als Wal-Flüsterer bekannte Sergio Bambaren, der extra von Teneriffa angereist war.

Die Vorbereitungen gestalten sich jedoch schwieriger als erwartet. Die Baggerarbeiten dauerten länger, und der Grund unter dem Schlick erwies sich als härter als angenommen. Zudem sorgten bürokratische Hürden für Verzögerungen. „Wir sind einen Tag hinten dran“, räumte Initiator Walter Gunz ein.

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Stürmisches Wetter als unerwartete Herausforderung

Am Sonntagabend schien die Situation aussichtslos: Ein plötzlich gestiegener Wasserpegel von 70 Zentimetern machte das Anbringen der Pontons unmöglich. „Jetzt brauchen wir ein Wunder“, sagte Gunz resigniert. Doch das Wetter spielte den Rettern in die Karten – stürmischer Wind und hohe Wellen könnten den Wal tatsächlich befreien.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) zeigte sich vorsichtig optimistisch: „Der Wal lebt, er ist aktiv, er vokalisiert. Das könnte ihn animieren, sich selbst zu befreien.“ Das private Rettungsteam hat für diesen Fall bereits Vorkehrungen getroffen. DLRG-Boote stehen bereit, um den Wal gegebenenfalls in die Nordsee zu geleiten.

Kontroverse Debatte um die Rettungsaktion

Die spektakuläre Rettungsmission spaltet die Fachwelt. Während die private Initiative auf Erfolg hofft, äußern Experten wie Greenpeace schwere Bedenken. Die Umweltschutzorganisation geht davon aus, dass der geschwächte Wal in der Nordsee ertrinken würde. Auch die Band Santiano positionierte sich klar gegen weitere Rettungsversuche.

Fünf Tierärzte überwachen den Gesundheitszustand des Wales rund um die Uhr. Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert betonte: „Wir sind nicht hier, um irgendeinem Tier weiteres Leiden zuzufügen.“ Der Wal atme deutlich tiefer ein – ein positives Zeichen.

GPS-Sender für die Überwachung geplant

Sollte die Rettung gelingen, plant das Team, den Wal mit einem GPS-Sender auszustatten. „Damit wir genau wissen, wo er ist“, erklärte Umweltminister Backhaus. So könnte das Tier auf seiner möglichen Reise in den Atlantik verfolgt werden.

Die Rettungsaktion hat nicht nur die Region in Atem gehalten, sondern auch das Leben der Poeler verändert. Schaulustige aus ganz Deutschland reisen an, während Anwohner mit Verkehrsbehinderungen und Medienrummel zu kämpfen haben. Die Polizei sichert das Gebiet ab und ahndet Verstöße gegen die Sperrzone mit Bußgeldern bis zu 5.000 Euro.

Ungewisse Zukunft für den Ostsee-Wal

Nach mehr als 20 Tagen im Schlick vor Poel bleibt die Zukunft des Buckelwals ungewiss. Die private Initiative gibt nicht auf, doch die Uhr tickt. Selbst wenn die technisch anspruchsvolle Bergung gelingen sollte, steht die Frage im Raum, ob das geschwächte Tier die Strapazen überleben wird.

Die Rettungsmission vor Poel zeigt eindrücklich, wie sehr das Schicksal eines einzelnen Tieres die Gemüter bewegen kann. Ob am Ende die menschliche Entschlossenheit oder die Naturgewalten entscheiden, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Deutschland hält den Atem an.

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