Riesenhai vor kroatischer Küste gesichtet: Planktonfresser in der Adria
Riesenhai vor Kroatien gesichtet: Ungefährlicher Gigant

Gigantischer Besucher in der Adria: Riesenhai vor kroatischer Küste gesichtet

Vor der malerischen Küste Kroatiens hat sich ein beeindruckendes Naturschauspiel ereignet. Im klaren Wasser des Kvarner Golfs, nahe der Insel Cres, zog ein gewaltiger Schatten seine Bahnen und sorgte bei Augenzeugen für Staunen. Die aufgenommenen Videos landeten beim renommierten Blue World Institute, das sich auf die Erforschung mariner Großwirbeltiere spezialisiert hat.

Eindeutige Merkmale trotz mäßiger Bildqualität

Obwohl die Videoaufnahmen nach Institutsangaben nur mäßige Qualität aufweisen, sind charakteristische Merkmale deutlich erkennbar. Eine hohe, dreieckige Rückenflosse und das langsame, gleichmäßige Schwimmen an der Wasseroberfläche gelten als typisch für Riesenhaie. Das Blue World Institute und das englischsprachige Portal Croatia Week gehen daher mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es sich um einen Riesenhai (Cetorhinus maximus) handelt.

„Eine absolut eindeutige Bestimmung ist wegen der Bildqualität zwar nicht möglich“, räumen die Experten ein. „Doch Körpergröße, Flossenform und der Aufenthaltsort im planktonreichen Bereich des nördlichen Kvarner Golfs sprechen klar für diese Art.“ Zuvor hatte bereits Focus.de über die außergewöhnliche Sichtung berichtet.

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Der sanfte Riese der Meere

Der Riesenhai ist nach dem Walhai die zweitgrößte bekannte Fischart der Weltmeere und kann beeindruckende Ausmaße erreichen. „Riesenhaie werden bis zu zehn Meter lang und bis zu vier Tonnen schwer, ernähren sich aber ausschließlich von Plankton und sind für Menschen völlig ungefährlich“, erklärt Meeresbiologe Pero Ugarković von der Kleinen Zeitung anlässlich einer früheren Sichtung vor Kroatien.

Beim Fressen schwimmt der sanfte Gigant mit weit geöffnetem Maul durch planktonreiche Wasserschichten und filtert das Zooplankton mithilfe spezieller Kiemenreusen. Dabei verarbeitet er pro Stunde Hunderte Tonnen Meerwasser – eine wahrhaft beeindruckende Leistung der Natur.

Statistisch irrelevant: Riesenhaie in der Haiangriff-Datenbank

Fachinstitutionen wie das Florida Museum of Natural History und der Shark Research Institute betonen regelmäßig, dass dokumentierte Haiangriffe weltweit fast ausschließlich auf wenige räuberische Arten zurückgehen. Dazu zählen Weiße Haie, Tigerhaie oder Bullenhaie.

Die International Shark Attack File verzeichnete für das Jahr 2025 weltweit 65 unprovozierte Haiangriffe auf Menschen – ein Wert, der in etwa dem mittleren Niveau der vergangenen Jahre entspricht. Die meisten Vorfälle wurden aus den USA und aus Australien gemeldet. Riesenhaie tauchen in diesen Statistiken nicht als angreifende Art auf, was ihre Harmlosigkeit gegenüber Menschen unterstreicht.

Bedeutung für den Artenschutz

Sichtungen wie jene vor der kroatischen Küste sind aus artenschützerischer Perspektive von großer Bedeutung. Der Riesenhai wurde früher vielerorts wegen seines Öls, Fleisches und seiner Flossen gezielt bejagt, was zu einem starken Rückgang der Bestände führte. Jede Beobachtung dieser majestätischen Tiere trägt daher zum besseren Verständnis ihrer Verbreitung und ihres Verhaltens bei.

Die Adriaküste Kroatiens mit ihrem planktonreichen Wasser bietet offenbar ideale Bedingungen für diese faszinierenden Meeresbewohner. Die aktuelle Sichtung vor Cres unterstreicht einmal mehr die biologische Vielfalt dieses marinen Lebensraums.

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