Sangerhäuser Tierheim steht vor finanziellen Herausforderungen
Die Nutzer des Sangerhäuser Tierheims müssen sich auf spürbar höhere Gebühren einstellen. Ein entsprechender Vorschlag der Stadtverwaltung wird am 5. März im Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt. Hintergrund sind deutlich gestiegene Aufwendungen für die Versorgung der Tiere, die eine Anpassung der seit 2012 gültigen Entgeltordnung erforderlich machen.
Steigende Kosten erfordern Gebührenanpassung
Der Fachbereich Bürgerservice der Stadtverwaltung hat eine umfassende Vorlage erarbeitet, die die finanziellen Belastungen des Tierheims detailliert darlegt. Die Kosten für Futter, Energie und tierärztliche Leistungen sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen, was zu einer nachhaltigen Belastung des Betriebs führt. Die bisherige Gebührenstruktur stammt noch aus dem Jahr 2012 und entspricht nicht mehr den aktuellen wirtschaftlichen Realitäten.
Nancy Behler, die Leiterin des Tierheims, verweist auf konkrete Beispiele der täglichen Arbeit. "Im September 2025 wurden drei kleine Katzen über den Zaun geworfen und versteckten sich in einem Baum", berichtet sie. Solche Fälle erfordern umfangreiche Ressourcen für Rettung, Versorgung und Unterbringung, die durch die aktuellen Gebühren nicht mehr angemessen finanziert werden können.
Was die geplanten Änderungen für Tierhalter bedeuten
Die geplante Gebührenanpassung betrifft verschiedene Bereiche der Tierheim-Nutzung:
- Höhere Aufnahmegebühren für abgegebene Tiere
- Angepasste Tagessätze für die Unterbringung
- Neue Regelungen für tierärztliche Basisversorgung
- Anpassung der Verwaltungskosten für Vermittlungen
Die Stadtverwaltung betont, dass die Reform notwendig ist, um die Qualität der Tierbetreuung langfristig sicherzustellen. Ohne die Gebührenanpassung wären Einsparungen bei Futterqualität, medizinischer Versorgung oder Personal unvermeidbar, was letztlich zu Lasten der Tiere gehen würde.
Entscheidung fällt in der Stadtratssitzung
Am 5. März wird der Stadtrat über den Vorschlag der Verwaltung abstimmen. Die Sitzung ist öffentlich, und interessierte Bürger können die Beratungen verfolgen. Die Verwaltung rechnet mit einer breiten Diskussion, da die Gebührenerhöhung viele Tierhalter direkt betreffen wird.
"Wir verstehen, dass höhere Gebühren für manche Haushalte eine Belastung darstellen", so ein Sprecher der Stadtverwaltung. Gleichzeitig sei es unvermeidlich, auf die gestiegenen Betriebskosten zu reagieren, um das Tierheim auch in Zukunft als wichtige Einrichtung für den Tierschutz in der Region erhalten zu können.
Für das Tierheimpersonal bedeutet die mögliche Gebührenanpassung vor allem Planungssicherheit. Nancy Behler und ihr Team hoffen auf eine positive Entscheidung, die es ihnen ermöglicht, ihre Arbeit für herrenlose und in Not geratene Tiere ohne finanzielle Einschränkungen fortzusetzen.



