Lebensgefährlicher Bio-Ballast: Seepocken bedrohen seltenste Schildkröte der Welt
Seepocken bedrohen seltenste Schildkröte der Welt

Lebensgefährlicher Bio-Ballast: Seepocken bedrohen seltenste Schildkröte der Welt

Ein erschütternder Fund am Strand von Galveston im US-Bundesstaat Texas: Eine völlig entkräftete Kemp-Ridley-Meeresschildkröte kroch an Land, ihr Panzer übersät mit kiloschweren Seepocken, Algen und Sedimenten. Für dieses Exemplar der seltensten Schildkrötenart der Welt bedeutet dieser Bio-Ballast akute Lebensgefahr.

Rettungsaktion für ein bedrohtes Reptil

Spezialisten des Gulf Center for Sea Turtle Research haben das Tier umgehend in ihre Einrichtung in Galveston gebracht. Dort päppeln Mitarbeiter die auch als Karibische Bastardschildkröte bekannte Art auf, die normalerweise im Golf von Mexiko und an der Atlantikküste der USA und Kanadas lebt. Mit maximal 75 Zentimetern Länge und 45 Kilogramm Gewicht ist sie die kleinste bekannte Meeresschildkrötenart und kann bis zu 50 Jahre alt werden.

Wie die Seepocken zur tödlichen Last wurden

Die Experten vermuten, dass eine Erkrankung die Schwimmgeschwindigkeit des Reptils drastisch reduzierte. Christopher Marshall, Direktor des Forschungszentrums, erklärt: „Meeresschildkröten, die wegen gesundheitlicher Probleme langsamer schwimmen, werden schnell von Organismen im Wasser besiedelt.“ Das langsamere Tempo ermöglichte es Seepocken und Algen, sich massiv am Panzer festzusetzen.

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Durch das zusätzliche Gewicht wurde die Schildkröte noch langsamer, was wiederum weitere Schmarotzer anlockte – ein fataler Teufelskreis. Die erste Rettungsmaßnahme bestand daher in der sorgfältigen Entfernung des lebensbedrohlichen Bio-Ballasts. Die Tierschützer hoffen, dass sich ihr Patient in den kommenden Wochen erholt und zurück ins Meer entlassen werden kann.

Warum die Kemp-Ridley-Schildkröten so stark bedroht sind

Früher gab es im Golf von Mexiko große Populationen dieser Schildkrötenart. Mitte des 20. Jahrhunderts brach der Bestand jedoch dramatisch ein. Die Hauptursachen:

  • Zunehmende Meeresverschmutzung
  • Natürliche Räuber wie Kojoten, Krebse, Waschbären, Wildschweine und Vögel, die die Gelege plündern
  • Menschliche Einflüsse durch wachsenden Tourismus und Bebauung der Brutstrände

Inzwischen schützen die Behörden die verbliebenen Brutgebiete mit strengen Maßnahmen. Dennoch bleibt die Kemp-Ridley-Meeresschildkröte eine der am stärksten gefährdeten Schildkrötenarten weltweit, deren Überleben von kontinuierlichen Schutzbemühungen abhängt.

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