Thüringen fördert Amphibienschutz: 218 Euro pro 100 Meter Zaun für Krötenwanderung
Thüringen zahlt 218 Euro pro 100 Meter Zaun für Krötenwanderung

Thüringen investiert in den Schutz wandernder Amphibien

Die alljährliche Frühjahrswanderung von Kröten, Fröschen und Molchen zu ihren Laichplätzen steht in Thüringen kurz bevor. Ehrenamtliche Helfer sind derzeit intensiv mit den Vorbereitungen beschäftigt, um die gefährdeten Tiere vor dem Überfahren auf Straßen zu schützen. Das Thüringer Umweltministerium unterstützt diese wichtigen Naturschutzmaßnahmen mit erheblichen finanziellen Mitteln.

Finanzielle Förderung für Schutzzäune

Für jeden aufgestellten 100-Meter-Abschnitt eines mobilen Schutzzaunes gewährt das Land Thüringen eine Förderung von 218 Euro. Diese finanzielle Unterstützung können Vereine, private Initiativen, Landwirte und Kommunen beantragen, die sich aktiv am Amphibienschutz beteiligen. Allein im vergangenen Jahr wurden Fördergelder in Höhe von rund 108.000 Euro ausgezahlt, mit denen Schutzzäune auf einer Gesamtlänge von 56 Kilometern finanziert wurden.

Die Antragstellung erfolgt über die kommunalen Naturschutzbehörden beim Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN). Insgesamt 134 verschiedene Organisationen und Einrichtungen profitierten im Vorjahr von dieser Förderung, die einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Amphibienpopulationen leistet.

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Unterschiedliche Schutzmaßnahmen im Vergleich

Das Umweltministerium weist darauf hin, dass fest installierte Amphibienleiteinrichtungen besonders effektiv sind, da sie den Tieren ermöglichen, Straßen ohne menschliches Zutun sicher zu überqueren. Mobile Schutzzäune hingegen erfordern während der Hauptwanderzeit im Frühjahr regelmäßige Kontrollen und Betreuung durch die ehrenamtlichen Helfer.

Ein besonderes Problem stellen inzwischen Waschbären dar, die die Sammeleimer als leicht zugängliche Nahrungsquelle entdeckt haben. Das Ministerium empfiehlt daher die Verwendung von Eimern mit speziellen Schutzdeckeln, die nur schmale Öffnungen aufweisen. Durch diese Spalten können Amphibien problemlos in die Behälter gelangen, während Waschbären nicht hineingreifen können.

Wanderungsbeginn steht bevor

Trotz der derzeit ungewöhnlich milden Temperaturen für Ende Februar hat die Hauptwanderung der Amphibien in Thüringen noch nicht begonnen. Nach Einschätzung des Naturschutzbundes Nabu startet die Wanderung im Thüringer Becken etwa ab Mitte März, während der Thüringer Wald etwas später folgt.

„Die Tiere verfügen über einen eingebauten Kalender“, erklärt Ulrich Scheidt, Amphibienexperte des Nabu Thüringen. „Die aktuellen Temperaturen sind für diese Jahreszeit außergewöhnlich, doch die Amphibien orientieren sich an ihren natürlichen Rhythmen.“ Die ehrenamtlichen Helfer bereiten sich daher intensiv auf den Beginn der Wanderung vor, um rechtzeitig Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.

Die Kombination aus ehrenamtlichem Engagement und finanzieller Unterstützung durch das Land schafft wichtige Voraussetzungen für den erfolgreichen Schutz der wandernden Amphibien in Thüringen. Diese Kooperation zwischen staatlichen Stellen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zeigt, wie effektiver Naturschutz in der Praxis funktionieren kann.

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