Tiergehege Greppin erlebt besorgniserregende Welle der Gewalt
Das Tiergehege Greppin in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) wird von einer Serie rätselhafter und brutaler Attacken gegen Tiere heimgesucht. Nachdem der Haflinger Ben durch ungeeignete Fütterung mit Brot zu Tode kam, meldete sich nun Tierpflegerin Katharina Kayser (42) mit weiteren schockierenden Details zu Wort. „Das Pferd ist nicht das erste Opfer“, erklärte sie gegenüber BILD und verdeutlichte, dass die Situation noch weitaus gravierender sei als bisher bekannt.
Haflinger Ben durch Brotfütterung qualvoll gestorben
Der Haflinger Ben erlitt durch die Fütterung mit einer großen Menge Brot derart starke Schmerzen, dass er sich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Ein Tierarzt sah sich schließlich gezwungen, das leidende Tier einzuschläfern. Wer für diese fatale Fütterung verantwortlich ist, bleibt bis heute ungeklärt. Trotz eindeutiger Beschilderung, die das Füttern der Tiere untersagt, wird das Verbot von Besuchern regelmäßig missachtet – ein Phänomen, das dem gesamten Team des Geheges Rätsel aufgibt.
Mehrere Tiere bereits durch falsche Fütterung verendet
Katharina Kayser korrigierte frühere Angaben des Tiergeheges und stellte klar: „Er ist nicht das erste Tier, das bei uns zu Tode gefüttert wurde.“ Seit dem Jahr 2016 seien auch mehrere Esel und Ziegen infolge von Koliken und anderen gesundheitlichen Problemen gestorben, die nachweislich auf ungeeignete oder übermäßige Fütterung durch Besucher zurückzuführen seien. Die Tierpflegerin betonte jedoch, dass die Tiere im Gehege fachgerecht versorgt werden und es ihnen grundsätzlich gut gehe.
Brutale Attacken mit Mistgabel und Hakenkreuzen
Die Gewalt gegen die Tiere beschränkt sich nicht auf falsche Fütterung. Ende des Jahres 2023 wurde der weiße Esel Franz von bislang Unbekannten mit einer Mistgabel schwer misshandelt. Das Tier wies zahlreiche Einstichstellen am gesamten Körper auf, aus seinen Ohren lief Eiter. Ein weiterer schockierender Vorfall ereignete sich vor etwa zehn Jahren, als einem anderen Esel mit Sprühfarbe Hakenkreuze auf das Fell gesprüht wurden. Zudem wurde ein Esel von einem Hund eines Gastes attackiert und über den Nüstern blutig gebissen.
Schutzmaßnahmen und polizeiliche Ermittlungen
Um die Tiere zu schützen, wurden bereits sechs Weidekoppeln geschlossen. Das Team des Tiergeheges, das normalerweise mit Festen für Kinder und Familien zu einem harmonischen Miteinander beiträgt, steht den Vorfällen ratlos gegenüber. „Und wir wissen nicht, warum“, äußerte sich Kayser verzweifelt. Inzwischen wird erwogen, Überwachungskameras auf dem Gelände zu installieren, um die Täter endlich zu überführen. Ein Sprecher des Revierkommissariats Bitterfeld-Wolfen bestätigte, dass die Installation von Kameras auf Privatgrundstücken grundsätzlich erlaubt sei, sofern durch entsprechende Hinweisschilder darauf aufmerksam gemacht werde.
Die Serie von Tierquälereien im Tiergehege Greppin wirft ernste Fragen zum Schutz der Tiere und zur Sicherheit öffentlicher Einrichtungen auf. Die Behörden und das Gehege-Team hoffen, durch verstärkte Maßnahmen weitere Vorfälle verhindern zu können.



