Vogelgrippe erreicht Haustiere: Schwere Erkrankungen bei geretteten Katzen in Neustrelitz
Ein aktueller Fall in Neustrelitz zeigt eindrücklich, dass die Vogelgrippe nicht nur Wildvögel und Geflügel betrifft, sondern auch Haustiere gefährden kann. Zwei Katzen, die aus einem sogenannten Animal Hoarding Haushalt im Land Brandenburg gerettet wurden, sind mit dem gefährlichen Virus infiziert und befinden sich nun in einer Pflegestelle des Katzenparadieses Neustrelitz.
Traumatisierte Tiere mit alarmierendem Gesundheitszustand
Die beiden Katzen mit den Namen Novi und Snowy wurden gemeinsam mit fünf weiteren Artgenossen aus einem verwahrlosten Haushalt geborgen, in dem bereits viele tote Tiere gefunden wurden. Ihr Zustand ist nach Angaben von Manuela Jeschke, der Leiterin des Katzenparadieses Neustrelitz, äußerst besorgniserregend. Die Tiere sind völlig traumatisiert und apathisch, ihr Blick wirke unglaublich leer und ausdruckslos.
Bei der tierärztlichen Untersuchung offenbarte sich das ganze Ausmaß des Leidens: Die Ärztin sagte, es geht nicht schlimmer, selbst ihr Team hatte Tränen in den Augen, berichtet Jeschke. Die Veterinärin war besonders von dem leeren Blick der Katzen betroffen, der auf ein schweres Trauma hindeutet.
Vielfältige Krankheitssymptome und hohe Behandlungskosten
Neben der Vogelgrippe-Infektion leiden die Katzen an zahlreichen weiteren gesundheitlichen Problemen:
- Bluthochdruck über 200
- Vergrößerte Niere
- Ohren voller Milben
- Verdacht auf FIP (Virusinfektion)
- Sehr schlechte Zähne und entzündetes Zahnfleisch
- Probleme an der Schwanzwurzel
- Durchfall und nervöses Herumlaufen
Der Alltag der Katzen besteht derzeit aus zahlreichen Tierarztbesuchen, und die Behandlungskosten steigen nach Angaben von Jeschke ins Unermessliche. Die Pflegestelle steht vor einer großen finanziellen Herausforderung, um den Tieren die notwendige medizinische Versorgung zu ermöglichen.
Übertragungswege und Risiken der Vogelgrippe
Die Vogelgrippe kann für Katzen besonders gefährlich sein und verläuft in vielen Fällen sogar tödlich. Infektionen entstehen hauptsächlich, wenn Tiere infizierte Wildvögel fressen, mit deren Kot in Kontakt kommen oder rohes Geflügelfleisch zu sich nehmen. Typische Krankheitsanzeichen bei Katzen sind:
- Atemprobleme und hohes Fieber
- Neurologische Störungen wie Krämpfe und Ataxie
- Apathie und Teilnahmslosigkeit
Halter von Freigängerkatzen sollten ihre Tiere in bekannten Risikogebieten besonders aufmerksam beobachten und bei Verdacht auf eine Infektion umgehend tierärztlichen Rat einholen.
Gefahr für Menschen: Theoretisch möglich, praktisch selten
In seltenen Fällen können Vogelgrippeviren auch auf Menschen übertragen werden und dann schwere, teilweise tödliche Lungenentzündungen verursachen. Die Infektion erfolgt meist durch direkten Kontakt mit infiziertem Geflügel oder dessen Ausscheidungen. Eine Übertragung von einer infizierten Katze auf den Menschen gilt zwar als theoretisch möglich, ist aber bisher weltweit nicht nachgewiesen worden. Dennoch sollten Tierhalter im Umgang mit erkrankten Tieren besondere Vorsichtsmaßnahmen beachten.
Der Fall in Neustrelitz unterstreicht die Bedeutung von verantwortungsvoller Tierhaltung und zeigt, wie wichtig schnelle Hilfe für Tiere in Not ist. Das Katzenparadies Neustrelitz steht nun vor der Herausforderung, den schwer erkrankten Katzen Novi und Snowy die bestmögliche medizinische Versorgung zu bieten und ihnen ein sicheres Zuhause zu geben.



