Zoo Hannover tauscht Nashornbullen - Hoffnung auf seltenen Nachwuchs nach 25 Jahren
Zoo Hannover: Nashorntausch soll seltenen Nachwuchs bringen

Zoo Hannover vollzieht bedeutenden Nashorntausch mit Rotterdam

Im Erlebnis-Zoo Hannover hat ein bedeutender Wechsel stattgefunden, der neue Hoffnung für eine stark bedrohte Tierart bringt. Der fünfjährige Östliche Spitzmaulnashornbulle Nasor ist aus dem niederländischen Zoo Rotterdam nach Hannover umgezogen und wurde nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Strategischer Austausch für den Artenschutz

Nasor, der etwa eine Tonne wiegt und eine Schulterhöhe von rund 1,60 Metern aufweist, ersetzt den bisherigen Zuchtbullen Kito, der im Gegenzug nach Rotterdam gewechselt ist. Dieser Tausch erfolgte nicht zufällig, sondern ist Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für die stark bedrohte Unterart der Östlichen Spitzmaulnashörner.

Laut Kurator Robin Walb war der Austausch notwendig geworden, weil sowohl in Hannover als auch in Rotterdam die Tiere zu eng miteinander verwandt waren. „Durch den Partnertausch wollen wir die genetische Vielfalt erhöhen und die sogenannte Reservepopulation in europäischen Zoos stärken“, erklärt Walb die strategische Entscheidung.

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Dramatische Situation in freier Wildbahn

Die Bedeutung dieser Zuchtbemühungen wird deutlich, wenn man die Situation in freier Wildbahn betrachtet. Nach Angaben von Kurator Walb leben weltweit nur noch etwa 500 Östliche Spitzmaulnashörner in ihrem natürlichen Lebensraum. Die Hauptbedrohungen für die Art sind:

  • Wilderei wegen der begehrten Hörner
  • Verlust und Zerschneidung natürlicher Lebensräume
  • Eingeschränkte genetische Vielfalt

„Es ist von entscheidender Bedeutung, dass sich diese Tiere fortpflanzen“, betont Walb nachdrücklich. Europäische Zoos bauen deshalb eine stabile Population auf, um im Bedarfsfall auch Wildbestände unterstützen zu können.

Historische Chance für Hannover

In Hannover soll Nasor nun zunächst in Ruhe ankommen und sich in seiner neuen Umgebung einleben. Der Jungbulle erkundet bereits seine Anlage mit Sandbädern, Felsen und speziellen Futterplätzen. Die Zusammenführung mit der hannoverschen Nashornkuh Maisha ist für das kommende Frühjahr geplant – vorausgesetzt, der biologische Zeitpunkt stimmt.

„Wenn sich die beiden erfolgreich paaren, dauert es noch etwa 15 Monate, bis ein Nashornkalb geboren wird“, erläutert Walb die lange Tragzeit bei Spitzmaulnashörnern. Für den Zoo Hannover wäre dies ein besonderes Ereignis, denn die letzte Geburt eines Östlichen Spitzmaulnashorns in Hannover liegt fast 25 Jahre zurück.

Europäische Zoos als Arche Noah

Die Bedeutung solcher Zuchtprogramme zeigt sich auch an konkreten Beispielen. So wurden im Jahr 2019 fünf Tiere aus europäischen Zoos in einen Nationalpark in Ruanda gebracht, um dort die genetische Vielfalt der Wildpopulation zu erhöhen. Eine größere genetische Diversität verbessert die Anpassungsfähigkeit der Tiere an veränderte Umweltbedingungen und erhöht ihre Überlebenschancen.

Der Tausch zwischen Hannover und Rotterdam steht somit exemplarisch für die koordinierte Artenschutzarbeit europäischer Zoos, die gemeinsam daran arbeiten, bedrohte Tierarten vor dem Aussterben zu bewahren und stabile Reservepopulationen aufzubauen.

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