Klimafreundlich gärtnern: Torffreie Erde und nachhaltige Alternativen für die Pflanzsaison
Klimaschonendes Gärtnern: Tipps für torffreie Erde und Alternativen

Start in die Pflanzsaison: So gelingt klimafreundliches Gärtnern

Überall sprießt frisches Grün und die Gartensaison beginnt. Doch wie wir gärtnern, kann einen erheblichen Unterschied für das Klima machen. Viele Pflanzen benötigen nicht zwangsläufig Erde, um zu wachsen. Zimmerpflanzen wie Glücksbambus, Monstera, Ficus Benjamini und Philodendron sowie einige Kräuter gedeihen auch nur in Wasser. Laut dem Industrieverband Agrar müssen diese sogenannten Water Plants jedoch viel Feuchtigkeit vertragen und unempfindlich gegenüber Staunässe sein. Sie bevorzugen halbschattige Standorte mit indirektem Licht und erhalten ihre Nährstoffe über flüssigen Dünger statt aus dem Boden.

Die richtige Erde für jede Pflanze

Sobald es um das Anpflanzen im Garten oder auf dem Balkon geht, spielt die Wahl der Erde eine entscheidende Rolle. Nicht jede Pflanze benötigt die gleichen Nährstoffe und den gleichen Boden. Ein anschauliches Beispiel ist die Kräuterspirale. Corinna Hölzel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland erklärt: „Oben wachsen wärmeliebende Arten wie Rosmarin, Lavendel oder Thymian. Hier kann der Boden mager sein, also mit hohem Sandanteil.“ Die Gartenerde wird hier etwa zur Hälfte mit Sand gemischt.

Unten nimmt der Sandanteil ab und der Anteil an nährstoffreicher Komposterde steigt. „Im mittleren Bereich mit höherem Humusanteil fühlen sich Melisse und Oregano wohl. Ganz unten, wo es feucht und nährstoffreich ist, kommen Minze, Schnittlauch und Petersilie gut zurecht“, so Hölzel. Gärtner können je nach Bedarf reagieren, indem sie den Boden mit Nährstoffen anreichern oder Komposterde einarbeiten. Wer nicht selbst mischen möchte, findet passende Spezialmischungen für Kräuter, Tomaten oder Rhododendren im Handel.

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Warum torffreie Erde wichtig ist

Für klimabewusste Gärtner ist entscheidend, dass die Erde keinen Torf enthält. Corinna Hölzel warnt: „Torf stammt aus Mooren, die wertvolle Lebensräume für zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen sind. Wird Torf abgebaut, wird dieser Lebensraum unwiederbringlich zerstört.“ Zudem speichert Torf gigantische Mengen an Kohlenstoff. Beim Torfabbau werden die Moore trockengelegt, wodurch der Kohlenstoff als klimaschädliches CO₂ in die Atmosphäre gelangt und den Klimawandel beschleunigt.

Alternativen zu torfhaltiger Erde

Im Handel gibt es bereits zahlreiche torffreie Produkte in Gartencentern, Baumärkten oder über die Datenbank der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe auf torffrei.info. Die Bezeichnungen „torffrei“ und „ohne Torf“ sind sicher, während „Bio-Erde“ noch Torfanteile enthalten kann. Regionale Produkte vermeiden lange Transportwege. Auf der Internetseite des Naturschutzbundes findet man zudem Anleitungen, um torffreie Erde selbst herzustellen.

Typische Bestandteile torffreier Erde für Kübelpflanzen sind:

  • Rindenhumus
  • Holzfasern
  • Kokosfasern
  • Chinaschilffasern
  • Hanffasern

Zusätze wie Sand, Lavagranulat oder Tonminerale optimieren die Nährstoffversorgung. Eine ausgezeichnete Alternative ist Kompost aus dem eigenen Garten oder von gewerblichen und kommunalen Kompostierungsanlagen. Gartenkompost ist oft nährstoffreicher als Torf, macht Düngemittel überflüssig, ist preiswert und naturverträglich. Für Anzuchterde, die für viele Pflanzen zu nährstoffreich ist, rät Hölzel, Gartenerde, Kompost und Sand zu gleichen Teilen zu mischen.

Praktische Tipps für das Gärtnern mit torffreier Erde

Je gröber die Struktur des Substrates ist, desto durchlässiger und wasserspeicherärmer ist es. „Bei Komposterde ist das kein Problem. Sie ist oft fein krümelig und kann Wasser gut speichern“, erklärt Hölzel. Bei Rindenhumus muss man jedoch häufiger gießen oder ihn mit Komposterde oder feineren Substraten mischen. Beobachten Sie genau, wie schnell die Erde austrocknet, und passen Sie das Gießverhalten an. Lieber öfter in kleinen Mengen gießen. „Zusätzliches Mulchen, also Bedecken des Bodens mit organischem Material, verhindert ein Austrocknen“, rät Corinna Hölzel. Informieren Sie sich vorher über den Wasser- und Nährstoffbedarf Ihrer Pflanzen und wählen Sie die passende torffreie Erde aus.

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