Am Freitag haben in Dutzenden deutschen Städten Menschen an einem Aktionstag von Fridays for Future gegen die Klima- und Energiepolitik der Bundesregierung demonstriert. Im Mittelpunkt der Kritik stand Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, der die Aktivisten eine zu große Nähe zur Gasindustrie vorwerfen.
Proteste in über 65 Städten
Laut Fridays for Future beteiligten sich zehntausende Demonstranten an mehr als 65 Orten. Die Polizei zählte jedoch deutlich weniger Teilnehmer – oft nur ein paar Hundert. In Berlin versammelten sich etwa 350 Menschen vor der CDU-Zentrale. Die Aktivisten skandierten Parolen wie „Gas! Stopp! Gas! Stopp!“ und richteten ihren Unmut direkt gegen die Ministerin.
Kritik an geplanten Gaskraftwerken
Im Zentrum der Debatte steht eine geplante staatliche Förderung für den Bau neuer Gaskraftwerke. Klimaaktivistin Luisa Neubauer bezeichnete Reiche als „Deutschlands unbeliebteste Gaslobbyistin“ und warf ihr mangelnde Kommunikationsbereitschaft vor. Die Wirtschaftsministerin, so der Vorwurf, wolle die fossilen Energieträger wieder stärken – ein Plan, der innerhalb der Regierung auf Widerstand stößt.
Schwierige Zeiten für den Klimaschutz
Ein Aktivist räumte ein: „Es sind schwierige Zeiten für den Klimaschutz, viele andere Themen beschäftigen die Menschen verständlicherweise, aber die Klimaprobleme gehen nicht weg, nur weil andere Probleme groß sind.“ Eine Aktivistin wünschte sich mehr junge Teilnehmer: „Klima hat im Augenblick keine Konjunktur.“
Bereits am vergangenen Samstag hatten tausende Menschen bundesweit für eine andere Energiepolitik demonstriert, aufgerufen von einem Bündnis aus Umweltorganisationen wie Greenpeace, WWF und Fridays for Future.



