Jugendliche pflanzen 6000 Bäume in Mecklenburg: Ein Zeichen gegen Klimafolgen
Wo in den letzten Jahren der Borkenkäfer einen ganzen Fichtenbestand zerstörte, pflanzten am Wochenende 150 Jugendliche 6000 Eichen und Lärchen. Sie kamen aus der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis Mecklenburg. Der Pflanzort war ein Waldstück zwischen Schwinkendorf, Christinenhof und Langwitz.
Waldökosystem im Wandel
Kirchenförster Christoph Klaiber erklärt: „Wir versuchen hier der Natur zu helfen, indem wir Eichen pflanzen, die mit der Klimaveränderung besser klarkommen. Wir wollen wieder ein stabiles Waldökosystem bekommen. Der Wald leistet einen Beitrag für das Klima, indem er CO2 bindet.“ Die Fichten waren abgestorben, weil sie zu trocken standen und deshalb kaum Harz bilden konnten, um den Borkenkäfer abzuwehren.
Zwischen den neugepflanzten Bäumen würden sich Birken, Buchen und Ahorn dann von selbst auspflanzen, sagte Klaiber und lobte das Engagement der vielen Jugendlichen. „Ich bin überwältigt, wie viele Jugendliche sich auf den Weg machten, uns im Wald unterstützten und sich mit dem Thema auseinandersetzten.“
Erfahrene Pflanzprofis am Werk
Im vergangenen Jahr hatten die Jugendlichen Bäume im Wald nahe Burg Stargard gepflanzt. Dort sind fast alle Bäume angewachsen. „Unsere Teilnehmer waren fast alle schon mindestens zwei, dreimal dabei“, ergänzt Gemeindepädagogin Henrike Heydenreich-Ogilvie, „sie sind mittlerweile Pflanzprofis. Das macht es jedes Jahr leichter, noch besser die Bäume zu pflanzen.“ So erklärt sich auch die hohe Quote der angewachsenen Bäume. „Daran merken wir, dass wir jedes Jahr besser werden“, sagt sie nicht ohne Stolz.
Beide sehen in der Bewahrung der Schöpfung das wichtigste Ziel, schließlich ist die Natur die Grundlage allen Lebens auf der Erde.
Persönliches Engagement und Gemeinschaftserlebnis
„Wir müssen auf unsere Umwelt achten“, sagt die 15-jährige Svenja. „Was gerade in der Welt passiert, ist echt nicht so toll. Und ich freue mich auf jeden Fall, dass ich heute mit einem besseren Gewissen hier rausgehen kann, im Wissen, dass ich was gemacht habe, weil ich glaube, wenn ich einfach rumsitze und beobachte, was in der Welt passiert, dann werde ich kirre.“ Sie liebe die Gemeinschaft mit evangelischen Jugendlichen.
Dreitägiges Camp mit kreativen und lehrreichen Elementen
Neben der Pflanzaktion konnten sich die Jugendlichen beim dreitägigen Camp kreativ ausleben. Sie erfuhren auch etwas über einen Agroforst. „Agroforst bedeutet, dass Baumreihen gesetzt werden. Dazwischen können landwirtschaftliche Maschinen den Boden bearbeiten“, erklärt Henrike Heydenreich-Ogilvie. „Der große Vorteil daran ist, dass die Bäume, wenn sie größer werden, Schatten geben und mehr Feuchtigkeit durch ihre Wurzeln im Boden halten. Damit alles - wahrscheinlich bei den Klimaveränderungen, die wir hier erwarten - besser wächst.“
Die Aktion zeigt, wie praktischer Klimaschutz mit Jugendbildung und Gemeinschaftserlebnissen verbunden werden kann, um nachhaltige Veränderungen in der Region zu bewirken.



