Schneeschmelze überflutet Seenplatte: Feuerwehren im Dauereinsatz gegen Wassermassen
In der gesamten Region Neubrandenburg und Altentreptow befinden sich die Feuerwehren seit Tagen im ununterbrochenen Einsatz. Die milderen Temperaturen der vergangenen Tage haben zu massiver Schneeschmelze geführt, die in Kombination mit anhaltendem Regen für weitreichende Überflutungen mit teilweise drastischen Folgen sorgt. Von Straßensperrungen bis hin zu bedrohten Wohnhäusern reichen die Auswirkungen der Wassermassen.
Bundesstraßen und Landesstraßen betroffen
Auf der Bundesstraße 197 zwischen Neubrandenburg und Friedland waren Einsatzkräfte bis tief in die Nacht aktiv, um erhebliche Beeinträchtigungen im Straßenverkehr zu bewältigen. Die Strecke war nur zeitweise passierbar, da Wassermassen die Fahrbahn überschwemmten. Auch die Landesstraße 27 bei Zirzow wurde überflutet, nachdem ein verstopfter Straßeneinlauf und schlecht abfließendes Tauwasser die Ursache bildeten. Die Freiwillige Feuerwehr aus Woggersin benötigte mit 13 Kameraden gut 40 Minuten, um durch Reinigung des Einlaufs den Wasserabfluss und damit den freien Verkehr wiederherzustellen.
Dörfer im Kampf gegen das Wasser
In Klein Helle wurden Teile der Dorfstraße überflutet, bei einigen Bürgern liefen die Wassermassen bereits bis in die Keller. Bürgermeister Johannes Krömer von der Gemeinde Mölln ließ alle verfügbaren Pumpen zum Einsatzort bringen, um das Wasser mithilfe von Schläuchen direkt auf die Straßen zu pumpen. Melanie Glowatz, die selbst von den Wassermassen betroffen ist, half dabei, die Mieter eines Neubaublocks in Klein Helle zu schützen, obwohl ihr eigenes Einfamilienhaus glücklicherweise keinen Schaden nahm.
Neu gebaute Häuser in Gefahr
In Tützpatz kämpften die Kameraden mit drei Pumpen gegen Wassermassen, die vom Acker in den Birkenweg strömten. Ein neu gebautes Haus wurde dabei von einer riesigen Wasserlache bedroht, wie Bürgermeister Roland Schulz berichtet. Die Grundstücke im Birkenweg sind noch nicht alle fertiggestellt, sodass das Wasser in Senken am Haus entlanglief. Normalerweise gebe es im Birkenweg kein Problem mit Wasser, allerdings hatte Schnee die Kanalisation blockiert. Die Tützpatzer Wehr entfernte den Schnee und pumpte das Wasser ab. „Die Jungs haben massiv Wasser gepumpt“, sagt der Bürgermeister. In der Nacht bauten sie zum Schutz der Häuser mit einem Radlader zusätzlich einen Damm, um zu verhindern, dass das Wasser auf die Grundstücke läuft.
Weitere Überflutungen und Umleitungen
Auch die Landesstraße 237 zwischen Werder und Grapzow blieb von den Wassermassen nicht verschont. Am Abend war keine Durchfahrt von der Autobahn 20 nach Altentreptow möglich. Die Feuerwehren Grapzow und Werder rückten aus, um das Wasser aus einer Senke zu pumpen, wie die Feuerwehr Grapzow mitteilte. Der Verkehr wurde über Grischow, Kessin und Grapzow umgeleitet. In Grapzow selbst mussten Keller ausgepumpt werden, und ein Wasserrückhaltebecken drohte überzulaufen, berichtet Ricardo Herbst von der Grapzower Wehr. Die Kameraden hatten mit weiteren Überflutungen im Dorf zu kämpfen, was den Dauereinsatz unterstreicht.
Die Situation in der Region bleibt angespannt, da die Schneeschmelze weiter fortschreitet und weitere Niederschläge erwartet werden. Die Feuerwehren bleiben in Bereitschaft, um auf neue Überflutungen reagieren zu können und die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.



